Archiv der Kategorie: Paraguay

Encarnación

In Encarnación verbringen wir unsere letzte Nacht in Paraguay, bevor es nach Argentinien weitergeht. Wir spazieren etwas durch die Stadt und wollen noch den Heruntergekommenen alten Ortskern besuchen, der sich unten am Flussufer befindet. Leider wurde jedoch das gesamte Viertel paniert um Platz für ein grösseres Neubauvorhaben zu schaffen, bei welchem ein komplett neues Stadtviertel vom Reissbrett konstruiert werden soll. Bis jetzt bestehen aber nur die Erschliessungsstrassen.
Schliesslich quetschen wir uns in einen der eher vollen Busse nach Posadas und fahren inmitten von Zigaretten schmuggelnden alten Frauen und vollbepackten ArgentinierInnen über die Grenze: Paraguay muss wohl entscheidend billiger sein als Argentinien.

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Ybycuí Nationalpark

Nachdem wir per Bus nach Ybycuí gelangt sind, geht es von dort per alter Klappermühle weiter zum Nationalpark – zuerst auf befestigten, dann auf unbefestigten Strassen. Der Nationalpark hat beim „Eingang“ zwar ein beschildertes Besucherzentrum, aber da niemand da ist, können wir auch niemanden fragen, ob wir unser Gepäck einstellen könnten; deshalb verstecken wir unsere Rucksäcke im Dschungel (natürlich ohne Wertsachen) und machen uns auf den Weg den Hügel hinauf, um von dort einen Überblick auf die Vegetation zu erhalten. Obwohl der Pfad nicht anstrengend ist, bringt uns die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit ganz schön ins Schwitzen.
Von unserer Wanderung zurück beim Ausgangspunkt, kontrollieren wir, ob unsere Rucksäcke noch an Ort und Stelle sind und machen uns dann auf den touristischen Hauptpfad, eine Lehrpfad mit beschilderten Pflanzennamen. Von diesem nehmen wir dann einen weniger benutzten Pfad hin zu einer historischen Metallgiesserei, welche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Krieg zerstört wurde und mitten im Dschungel liegen soll (leider besteht ihre unmittelbare Umgebung aber aus Rasenflächen und sie ist nicht vom Dschunge überwuchert). Dieser Pfad scheint weniger genutzt zu sein, führt über verrottete Planken über kleine Bächlein, immer wieder sind dicke Spinnennetze am Wegesrand oder über den Pfad hinweg gespannt worden, auch ist die Vegetation zeitweise wieder vorgedrungen.
Als wir wieder in die Nähe unseres Ausgangspunktes zurückgekehrt sind und zum Zeltplatz der Einheimischen kommen, sehen wir, wie diese sich im aufgestauten Wasser unterhalb der Guaraní-Wasserfälle abkühlen und genehmigen uns auch eine solche, lassen die Schultern vom Wasserfall massieren und dösen auf den Steinen etwas vor uns hin.
Als es schon einzudunkeln beginnt, holen wir unsere Rucksäcke aus unserem Dschungelversteck und richten uns für die NAcht ein, d.h. wir machen eigentlich gar nicht, ausser Pullover anzuziehen, da wir weder Schlafsäcke noch ein Zelt dabei haben. Geschlafen wird also in freier Natur und da es schon zu früh dunkel ist um schlafen zu gehen, genehmigen wir uns noch ein Filmerlebnis auf dem Laptop, u.a. das in den Favelas von Rio spielende „Stadt der Götter“. Von der beeindruckenden Hintergrundgeräuschkulisse des Dschungels und manchem Glühwürmchen begleitet, schlafen wir dann gemütlich ein.

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Asunción

In Asunción kommen wir etwas in den Aussenbezirken am Busbahnhof an. Da im Reiseführer vom Besuch der Innenstadt an Wochenenden abgeraten wird und wir gleich wieder das gesamte Gepäck dabei hätten, suchen wir uns also ein Hotel beim Busbahnhof und genehmigen uns danach ein gemütliches 1l Bier im Eiswasserkühler und schauen uns dann unter Dach denn hereinbrechenden Platzregen an: Innert Kürze sind die Strassen mit Wasser überschwemmt, die Kanalisation scheint nichts zu nützen und alle Passanten versuchen irgendwo ein geschütztes Plätzchen zu finden.
Am nächsten Morgen machen wir uns dann auf in die Innenstadt und beginnen unsere Tour beim Plaza Uruguaya. Wir besuchen dann ein relativ dürftiges ethnographisches Museum, wo viele Bilder einer Guaraní-Forscherin aus den 50er Jahren hängen (nebst den obligaten Tontöpfen, Federschmuck und Jagdwaffen).
Weiter geht es dann zum Platz der Helden mit einem restaurierten Heldenpantheon – allgemein fällt auf, dass viele öffentliche Gebäude restauriert wurden. Anlass war der 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Paraguays im vergangenen Jahr (also 2011). Als wir die Cámara de Senados (das alte Parlament, das bis 2004 noch in Gebrauch war) beim Platz der Verfassung besuchen, das jetzt als Museum genutzt wird, werden wir von einem stolzen Mitarbeiter herumgeführt. Danach gehen wir am neuen Parlamentsgebäude vorbei, einem Glaspalast, der gemäss Auskunft des Museumsmitarbeiters von den Chinesen als Geschenk erbaut wurde, und kommen schliesslich zum Gouverneurspalast. Wir spazieren weiter in der Stadt umher und die Warnung im Reiseführer bezüglich der Sicherheitssituation in der Innenstadt scheint uns reichlich übertrieben; das einzige was uns zusetzt ist die enorme Hitze, weshalb wir uns immer Mal wieder Trinkpausen in verschiedenen Lokalitäten gönnen.

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Ciudad del Este

Von Foz do Iguaçu her kommend ist Ciudad del Este unser erster Ort in Paraguay. Eigentlich ist es nur ein Durchgangsort für die Weiterreise, es hat jedoch haufenweise Einkaufsläden, welche v.a. elektronische Produkte zweifelhafter Herkunft anbieten: so kann man unter anderm auch ein top-modernes MaiPad (kein Schreibfehler!) kaufen. Da wir momentan nur mit Rucksack und ohne unser geliebtes Auto unterwegs sind kaufen wir jedoch nichts ein.
Als wir dann den Ortsbus zum interregionalen Busbahnhof (=Terminal) nehmen wollen, sitzt eine junge Dame mit Rollkoffer an der Haltestelle und wir fragen sie, ob denn hier der Bus zum Terminal gehen würde. Zuerst schaut sie uns komisch an und bejaht dann unsere Frage Als sich ein Bus nähert, fragen wir sie, ob es denn dieser Bus sei und wiederum bejaht die Dame dies. Leider fährt dann der Bus vorbei und die Dame hört auf, mit uns zu sprechen und trinkt einen mitgebrachten Fruchtsaft. Wir sitzen weiter in der Hitze und Bus um Bus fährt an uns vorbei. Plötzlich steht dann die Dame auf, packt ihren Koffer und läuft kommentarlos davon (nicht, dass sie jemand abgeholt hätte oder ähnliches, auch läuft sie nicht in die Richtung in die der Bus fahren würde, wenn er denn hier halten würde). Schliesslich fragen wir einen anderen Passanten und der läuft dann mit uns den ganzen Weg (ca. 2km und dies mit allem Gepäck und in grösster Hitze) zum Busbahnhof, wo wir einen Bus in die Hauptstadt nehmen.

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