Archiv der Kategorie: Kirgistan

Weg nach China

Nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark übernachten wir zwei Nächte in Bishkek. Die zweite Nacht hängen wir spontan an, weil wir zwei sehr interessante und lustige Reisende kennengelernt haben und dann einen langen Diskussionsabend (inkl. Einführung in das georgische Vodka-Trinkritual) bis 4 Uhr morgens verbrachten. Nach dem Ausschlafen am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg Richtung Chinesischer Grenze. Wir stocken nochmals ein paar Vorräte in Kochgor auf und fahren dann weiter bis kurz vor Naryn, wo wir uns im Hinterhof eines „Autobahn“-restaurants schlafen legen.
Am nächsten Tag versuchen wir noch in Naryn Milch zu kaufen (wer weiss ob es in China Milch gibt), was trotz vieler Geschäfte leider misslingt, da sich die jeweiligen Sortimente a) sehr stark ähneln und b) v.a. Vodka anbieten (dazu noch ein paar Süssigkeiten und Shampoos).
Bei Tash Rabat treffen wir dann die anderen Mitglieder unserer China-Reisegruppe (das Schweizer Pärchen, welches wir in Osh getroffen hatten und das uns diese Möglichkeit vermittelt hatte und zwei Deutsche Frauen aus Freiburg). Wir fahren dann noch etwas weiter an die Grenze und passieren den ersten Checkpoint auf kirgisischer Seite bevor wir uns irgendwo etwas abseits der Strasse zur Nacht begeben.
Am nächsten Tag passieren wir (verbunden mit etwas unnötiger Wartezeit) den kirgisischen Teil der Grenze und werden an der Chinesischen Grenze von unserem Guide abgeholt, der uns relativ problemlos bis nach Kashgar bringt.

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Ala-Archa Nationalpark

Zurück in Kirgistan und in Hinblick auf das geplante Trekking in China begeben wir uns in den Ala-Archa Nationalpark um dort ein bisschen umherzuwandern.
Nach einem ersten Anstieg macht sich auch bereits erste Erschöpfung bemerkbar (schliesslich war gestern mit dem Grenzübertritt eine lange Nacht und wir haben nur kurz geschlafen), wir schaffen es aber vorerst weiter in Richtung unseres angestrebten Ziels, eines Wasserfalls in einem kleinen Seitental.
Nach einer ersten kurzen Pause macht sich dann aber immer mehr unsere Müdigkeit bemerkbar und so dauert es nicht lange, bis eine zweite Pause nötig wird, während der wir auch ein bisschen eindösen (d.h. Fabian hält ein richtiges Schläfchen, und erleidet, weil er sich an der Halspartie unterhalb des Kinns – die ja bei aufrechter Haltung meistens im Schatten liegt – nicht richtig mit Sonnencreme eingeschmiert hat, einen kleinen Sonnenbrand). Nach dem Nickerchen kommen wir dann aber wiederum zügig voran und erreichen unser geplantes Ziel doch noch.
Nach unserer Rückkehr zum Auto fahren wir nach Bishkek und übernachten ….. ihr werdet es mittlerweile wohl wissen wo.

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Rund um den Issyk-Köl (Bokonbayevo, Karakol und Bosteri)

Von der Südseite her nehmen wir die Umrundung des Issyk-Köl in Angriff. Als wir kurz nach Bokonbyevo einen schönen Strand erblicken, fahren wir hin und richten uns für die Nacht ein. Am nächsten Morgen wollen wir dann beide baden gehen, Fabian hat allerdings einen derart steifen Nacken, dass er lieber darauf verzichtet, seine Muskeln durch kaltes Wasser weiter zu verhärten.
Weiter geht es dem Südufer entlang bis nach Karakol. Unterwegs sehen wir ein paar Bauruinen niemals fertig gestellter Hotelanlagen. Im Allgemeinen scheint es auf der Südseite auch kaum Hotels zu geben.
In Karakol nehmen wir dann endlich mal wieder ein Hotelzimmer um wieder einmal Zugang zu sanitären Anlagen zu haben. Wir finden auch ein Internetcafé und erfahren, dass wir uns wohl einer Reisegruppe von zwei Bussen für China anschliessen können, da eines der eigentlich teilnehmenden Paare aufgrund widerer Umstände nicht zur Einreise nach China antreten kann. Die Einreise nach China wird jedoch erst am 26. August erfolgen können, weshalb wir uns gezwungen sehen, unser zweifach Einreisevisum von Kirgistan zu verlängern, was glücklicherweise a) in Karakol möglich ist und b) nur ca. 3 1/2h dauert.
Weiter geht es dann der Nordseite des Sees entlang, die entschieden touristischer ist und über manche Hotelanlagen und viele Bars verfügt. Wir halten dann vor einem Restaurant in Bosteri und fragen dort, ob wir auf deren Parkplatz übernachten dürfen. Nach positiver Antwort, setzen wir uns hin, trinken Tee und spielen Karten, als dann der Wirt uns mit dem Auto in seinen Hinterhof bittet, um dort zu übernachten, da dies sicherer sei.
Am nächsten Morgen fahren wir noch etwas weiter und halten dann an einem schönen Strand, wo sich endlich auch Fabian in die Fluten des Issyk-Köl stürzen kann.
Weiter geht es nach Bishkek zurück, da wir unser schon erhaltenes (und bezahltes) Kasachstanvisum – bei jetzt wahrscheinlicher Einreise nach China – nicht ungenutzt verfallen lassen wollen und der einzige offene Grenzübergang nach Kasachstan über Bishkek führt.

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Kochgar

Zurück vom Song-Köl und wieder in Kochgar, kaufen wir erneut Vorräte ein, um den Issyk-Köl von der wenig touristischen Südseite her ohne Hunger in Angriff nehmen zu können. Wir besuchen dann noch den sehr schönen Friedhof es Ortes.

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Song-Köl

Nach einer frostigen Nacht im Auto, beginnt am nächsten Tag das „Volkfest“ am Südende des Song-Köl. Es ist wohl eher als touristisch zu bezeichnen, von einem touristischen Massenauflauf kann aber trotzdem nicht die Rede sein, da die Örtlichkeit doch eher entlegen und nur mühsam zu erreichen ist.
Nach manchen musikalischen Einlagen in traditionellen Trachten beginnen die Reiterspiele. Zuerst wird eine Art von Rugby zu Pferde mit eine kopflosen Schaf als Ball gespielt. Dies jedoch nicht in Mannschaften sondern zu viert jeder gegen jeden. Ziel ist es, dass Schaf auf einer Decke niederzulegen. Danach geht es weiter mit dem Aufsammeln am Boden liegender Banknoten aus vollem Galopp, gefolgt vom „Einfangen“ unverheirateter Mädchen, was einer Art Wettrennen zu Pferde gleicht. Den Abschluss der Reiterspiele bilden Ringkämpfe zu Pferde, welche von Jugendlichen Ausgetragen werden.
Dann geht es zum Mittagessen, wiederum untermalt von volksmusikalischen Darbietungen. Nach dem Mittagessen setzen sich die Einheimischen erst mal zur Wodkarunde hin, was später zu einigen Alkoholleichen führen wird (allgemein gilt festzuhalten, dass viele Kirgiesen ein massives Alkoholproblem haben, man trifft ständig auf Volltrunkene). Etwas angetrunken wird dann der Abbau einer Jurte und die Bepackung eines Kamels vorgenommen.
Den weiteren Nachmittag verbringen viele der Einheimischen mit weiterem Wodkagenuss und wir mit Jassen in schönster Umgebung.
Schliesslich verbringen wir eine weitere Nacht im Auto und sind froh, die Daunendecke eingepackt zu haben, da die Temperaturen des Nachts unter Null Grad Celsius sinken.

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Fahrt zum Song-Köl

Nach Erhalt unserer Reisepässe machten wir uns sogleich auf den Weg in Richtung Song-Köl, einem auf knapp über 3000 m.ü.M. gelegenen Bergsee inmitten einer Hochebene, wo auch ein „Volksfest“ stattfinden sollte.
Unterwegs kamen wir mehrfach in Polizeikontrollen und es zeigte sich, dass das polizeiliche Korruptionsniveau ähnliche Ausmasse wie in Turkmenistan aufweist (alles in allem Kostete uns dies 500Som, also etwa 11$, das Bussenlevel ist also tiefer und somit zahlbarer angelegt als in Turkmenistan).
Unterwegs übernachteten wir vor einer Art Jurten-Raststätte in der Nähe von Kemin, wo wir auch unser spätes Abendessen einnahmen.
Am nächsten Tag in Kochgor stockten wir noch unsere Vorräte für die nächsten Tage auf und als wir später vermeintlich schon in der Nähe des Song-Köl waren, nahmen wir eine Anhalterin mit ihren zwei Kleinkindern mit, mussten dann aber feststellen, dass die Hauptsteigung hinauf zur Hochebene noch vor uns lag, was mit dem zusätzlichen Gewicht unserer Fahrgäste zu einer echten Belastungsprobe für unser Auto wurde.
Wir überstanden die Fahrt aber gut, sogar so gut, dass eines der Kinder sich hinten auf unserer Matratze schlafen legte.
Dann ging es dem südlichen Ufer des Song-Köl entlang und wir nahmen unser Picknick-Abendessen vor wunderschöner Kulisse ein.
Kurze Zeit später erreichten wir den Festival-Ort, der sich als eine Ansammlung von acht Jurten entpuppte.

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Bishkek

Obwohl Bishkek als Stadt nicht gerade viel zu bieten hat, verbrachten wir hier doch einige Zeit, da wir – für den Fall, dass wir nicht mit dem Auto in China einreisen können – ein kasachisches zweifach Einreise-Visum als Ausweichmöglichkeit beantragten und deshalb auf die Rückgabe unserer Reisepässe warten mussten.
Wir verbrachten unsere Nächte in einer Jurte im Hinterhof eines Hotels und trafen auch wieder auf das Schweizer Pärchen, dem wir bereits in Osh begegnet waren, was zu manchem Jass führte.

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Tour von Osh nach Bishkek

Die Fahrt von Osh nach Bishkek, wo wir unsere weiteren Visa beantragen wollten ging über 660km, manche Pässe (einer davon war knapp 3600 m.ü.M., was unseren Motor heftig klopfen liess), Tunnels in denen es weder Licht noch eine Abgaslüftung gab (und die so schmal und am Rande derart mit Schlaglöchern versehen waren, dass uns beim Kreuzen von entgegenkommenden Fahrzeugen – insbesondere Lastwagen – Angst und Bange wurde) und dauerte mehrere Tage.
Wir sahen viele Jurten und badeten in einem sehr warmen Bergsee, sahen seit langem mal wieder Regen und machten viele Fotos der wunderschönen Landschaft.

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Osh

Kaum war eine Grenze so schnell überquert wie diejenige von Usbekistan nach Kirgistan. Wir wurden extrem freundlich behandelt und unser Auto wurde nur angeschaut, um die Neugierde zu befriedigen. Bald trafen wir auch in Osh ein, suchten uns ein Hostel und assen im anliegenden Restaurant Laghman, die wohl längsten Nudeln der Welt.
In der Nachmittagshitze stiefelten wir am nächsten Tag auf den Thron Salomons, setzten uns zu den zeitungslesenden Kioskbetreibern und genossen den Ausblick.

Als wir zu unserem Auto zurückkommen, finden wir einen Zettel eines Schweizer Pärchens vor, dass ebenfalls mit einem VW Bus den Weg von der Schweiz nach Kirgistan zurückgelegt hat. Wir setzten uns in Café und sie weisen uns darauf hin, dass wir uns möglicherweise mit unserem Auto ihrer Reisegruppe nach China und Nepal anschliessen können.
Leider ist dies nach weiteren Abklärungen nicht möglich, die Möglichkeit stimmt uns jedoch zuversichtlich. Wir machten uns also auf den Weg nach Bishkek, da sich dort die Botschaften für unsere kommenden Visaeingaben befinden.

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