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Almaty und Umgebung (Qapshaghay-See)

Nach einer weiteren (Zwischen-)Nacht in unserer altbewährten Hinterhofjurte in Bishkek begeben wir uns auf den Weg nach Almaty.
Die Grenzüberschreitung nach Kasachstan klappt ohne grössere Probleme (als wir bei der letzten Kontrolle einen Zettel nicht haben,werden wir einfach durchgewunken, was bei unserer späteren Ausreise für erstaunte Gesichter, aber für eine gewisse Erheiterung und einigen Umtrieb sorgen wird). Nachdem die Schalter für die Inlandanmeldung in Kasachstan bereits geschlossen haben, finden wir dann ein alt-sowjetisches Hotel in Almaty.
Am nächsten Tag versuchen wir als Erstes, den Anmeldeversuch zu wiederholen, worauf wir kurz zum Kopieren unserer Pässe geschickt werden und bei unserer Rückkehr (5min später!) feststellen müssen, dass der Schalter erneut geschlossen hat. Danach machen wir uns auf, den Freizeitpark zu erkunden (da wir ja die Achterbahnfahrt in Taschkent ausgelassen hatten, wurde uns per Kommentar beschieden, diesen Einrichtungen auch in post-sowjetischen Staaten Vertrauen zu schenken). Wir gehen mit voller Begeisterung und mit jugendlichem Elan ans Werk, besuchen eine Bahn, die nicht etwa nur den freien Fall simuliert, sondern sogar senkrecht Richtung Erdboden beschleunigt (für die Korinthenkacker unter uns: ja natürlich mit mehr als 9.81m/s2, also nicht nur mit der normalen Erdbeschleunigung). Das verursacht einen Adrenalinschub und machte uns grossen Spass. Weiter geht es auf ein drehendes und schaukelndes Rad, was in der Kombination der beiden Bewegungsarten unserem Sinn nach kinetischer Belustigung durchaus entspricht. Nach ein paar weiteren Bahnen – u.a. einer Achterbahn und einer anderen, kaum zu beschreibenden, Bahn mit langen kopfüber Passagen – besuchen wir die altbekannten drehenden Tassen (wer das Euro-Disneyland kennt: genau solche wie die dortigen mit dem „Die Schöne und das Biest“-Thema). Johanna ist schon ein erstes Mal unsicher, ob diese Art der Bewegung ihrem Magen wohl zuträglich wäre und nach einer Fahrt in einer der Tassen hat sie genug für den Moment. Fabian hat aber noch keine Ruhe und besuchte als nächstes eine sich vertikal kippende Drehtassenbahn namens „Tarantula“. Dies aber stellt sich als ein fataler Akt der Selbstüberschätzung heraus, denn danach schafft er es nur noch mit grösster Mühe auf’s Riesenrad. Es braucht einiges an Erholungszeit, bis wir wiederum für weitere Bahnen bereit sind, lassen aber danach alle drehenden Bahnen aus.
Anschliessend wollen wir ins Kino gehen, da in unserem Reiseführer etwas von englischen Untertiteln in den Kinos von Almaty steht. Nach Anfragen in verschiedenen Kinos kommen wir jedoch zum Schluss, dass wir wohl nicht in den Genuss englischer Untertitelungen kommen werden und verzichten deshalb auf einen Kinobesuch.
Am nächsten Morgen schaffen wir es dann tatsächlich, uns korrekt in Kasachstan zu registrieren und bummeln ein bisschen durch die Stadt: durch Parks, an Kirchen und Denkmälern vorbei und durch Basare hindurch.
Später fahren wir weiter zum Qapshaghay bögeni (See). Die Strecke entlang der Nordseite des Sees wird dann immer abenteuerlicher uns wir schaffen es nur mithilfe von Datscha-BesitzerInnen, die Route nicht zu verlieren. Trotzdem müssen wir dann aber konsterniert feststellen, dass uns hier kein Einlass in das Naturschutzgebiet gewährt wird (worauf wir schliesslich nach längerem Nachsinnieren verzichten, weil wir uns und dem Wagen vor der China Einreise nicht mehr zu viel Stress zumuten wollen).
Mitten in der Nacht kommen wir dann wieder in Almaty an und schlafen am nächsten Tag entsprechend aus (schönerweise werden die Zimmer in unserem Hotel immer für 24h vermietet, was uns sogar erlaubt hätte, eine weitere halbe Nacht zu bleiben). Wir begeben uns dann auf eine letzte Suche nach dem süssen Plov, von dem im Reiseführer geschrieben steht, dass es sich um eine kasachische Spezialität handle, was wir aber bisher nirgends bekommen konnten. Wir schaffen es dann tatsächlich dies zu bestellen, es wird uns aber beschieden, dass es sich dabei um eine usbekische Spezialität handle – und tatsächlich haben wir etwas ähnliches in Samarkand denn auch schon Mal gegessen. Es schmeckt zwar hervorragend, aber wir sind uns trotzdem nicht ganz sicher, ob es sich wirklich um das vom Reiseführer beschriebene Mahl handelt.
Schliesslich machen wir uns auf den Weg in Richtung Grenze, wo wir wiederum mitten in der Nacht ankommen und feststellen dürfen, dass diese die ganze Nacht geöffnet hat. Nach einigen Umtrieben (siehe oben) überschreiten wir die Grenze zurück nach Kirgistan frühmorgens und schlafen erschöpft im Auto vor einem 24h Imbissladen ein.

P.S.: Die Noten der kasachischen Währung Tenge emofande wir als die bislang schönsten auf unserer Reise.

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