Archiv der Kategorie: Iran

Quchan – Grenze zu Turkmenistan

Am Vorabend vor unserem Transitvisabeginn für Turkmenistan wollten wir schon möglichst nahe zur Iranisch-Turkmenischen Grenze gelangen und übernachteten daher Quchan.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf, die Grenze zu überschreiten. An der einzigen Wechselmöglichkeit an der Grenze (ein eigentlich offizielles Wechselbüro) wurde uns eine derart schlechte Rate offeriert, dass Johanna unsere restliche iranische Währung lieber dem nächsten Iranreisenden von euch schenken will, als dem schmierigen Händler einen übermässigen Profit zu genehmigen.
Dann ging’s rein ins Grenzvergnügen: Schon auf iranischer Seite mussten wir verschiedenste Kontrollen über uns ergehen lassen (u.a. musste die korrekte Wiederausführung des Fahrzeugs im Carnet de Passage eingetragen werden), wofür ein „Pseudohelfer“ auch gleich noch 20 Dollar haben wollte. Wir aber lachten ihn aus und erledigten den Papierkram alleine und ohne Probleme. Als wir dann durch das Ausreisetor fahren wollten, war dieses verschlossen und es kam derselbe „Helfer“ mit dem Schlüssel, öffnete und wollte dafür (also dafür, dass er seinen Job erledigte) wiederum Geld sehen. Wir liessen ihn stehen und kamen dann zur letzten Kontrolle, nochmals die Polizei. Glücklicherweise hatten wir unsere iranischen Nummernschilder bereits nach der ersten Kontrolle abgenommen und so kam keiner der Polizisten darauf, die noch ausstehende Parkbusse, die wir in Yazd kassiert hatten, einzufordern (wir haben also unsere iranischen Nummernschilder behalten können). Trotzdem wurde unser Fahrzeug nochmals genau inspiziert und als zwei Kartenspiele gefunden wurden, „mussten“ wir eines davon abgeben.
Dann waren wir im Turkmenischen Grenzbereich wo uns eine unwirsche „Dame“ als erstes 22 Dollar abknöpfte (sie hatte aber einen offiziellen Beleg dafür). Dann wurden wir getrennt und Johanna musste nur kurz durch die weitere Passkontrolle, während Fabian den Spiessrutenlauf mit dem Fahrzeug auf sich nehmen durfte. Für die Desinfektion des Fahrzeuges (die gar nicht stattfand, was ihnen aber egal schien), für eine Haftpflichtversicherung (keine ausländische zählt in Turkmenistan), für die zukünftig in Turkmenistan getankten subventionierten Treibstoffe, für die Bearbeitung der Papiere (ich bin nicht sicher, ob die Aufzählung vollständig ist) mussten wir dann nochmals 120 Dollar bezahlen und zu guter Letzt wurde nochmals das Fahrzeug inspiziert und weil es so lustig ist, wurde das ganze noch von einer Handkamera eines Soldaten mitgefilmt. Danach war’s geschafft und wir fuhren weiter Richtung Ashgabat.

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Mashad

Der Pilgerort Astan-e Ghods-e Razavi ist ein riesiger Komplex, der ein Mausoleum, zwei Moscheen, einige Museen, mehreren Hallen, Bibliotheken, den Schrein und das Grab des 8. Imams Reza – und vieles mehr-
beinhaltet. Er war schon von Weitem gut erkennbar, leider mit dem Auto aber nicht zu erreichen, da alle Zufahrtsstrassen -vermutlich aufgrund des hektischen Abendverkehrs- gesperrt waren.
Die Pilgerstätte erwies sich jedoch (für manche) als extrem tückisch, denn was wir nicht wussten: jeder der vier Eingänge sieht exakt gleich aus. Dieselbe Büroanordnung, dieselben Plakate, gleich angeordnete Busparkplätze und dasselbe Treffpunkthäuschen.
Wie es einige vielleicht schon ahnen: die Geschichte wiederholt sich: Johanna hat sich erneut – wie vor 20 Jahren an der Basler Fastnacht – am richtigen Ort gewähnt, jedoch faktisch verlaufen. Diesmal nicht aufgrund der schräg vor ihr laufenden (vermeintlichen) Bekannten (Annemarie), sondern aufgrund des (vermeintlichen) Treffpunkthäuschens.

Da die Eingänge nach Geschlecht getrennt waren, ging Fabian mit dm Rucksack zum einen, Johanna mit der Kamera zum anderen (wir rechneten uns die höheren Chancen aus, dass die Kamera so reinschmuggelt werden kann). Da beide auf Schwierigkeiten stiessen, machten wir einen Treffpunkt aus, an welchem wir uns nach Besichtigung wieder treffen würden. Nach einer halben Stunde Wartezeit, nahm sich ein Wächter der sichtlich aufgelösten Johanna an und führte sie in das „Founded people“-
Büro, wo sie mit Tee und Keksen versorgt wurde. Die Erkenntnis, dass sie sich die ganze Zeit vor dem falschen Treffpunkthäuschen befunden hatte, liess jedoch lange auf sich warten und kam erst, nachdem Fabian und drei helfende Irannerinnen sie gefunden hatten.
Fabian (der geduldig vor dem „richtigen“ Eingang gewartet hatte) hatte sich nach einer Wartezeit von beinahe zwei Stunden mithilfe der drei Irannerinnen in einem anderen Büro innerhalb des Komplexes nach der verschollenen Johanna erkundigt und sie dadurch auch gefunden.

Froh, dass Johanna auch dieses Mal wiedergefunden wurde, wollten wir die drei Iranerinnen zu einem Fruchtsaft einladen, wurden aber (obwohl wir lange erklärten, dass wir ihnen sehr dankbar seien und sie somit sehr gerne einladen würden) von ihnen eingeladen, da wir ja hier im Iran grundsätzlich die Gäste seien.
Erst danach (es war schon kurz vor drei Frühmorgens) konnten wir einen Park aufsuchen, wo wir uns dann erschöpft im Auto schlafen legen.
Am nächsten Tag trieb uns dann die Hitze zwar früh raus, den Vormittag dösten wir aber trotzdem in jenem Park herum, da uns der Vorabend schon ziemlich zugesetzt hatte. Jedenfalls werden wir Mashad wohl in lebhafter Erinnerung behalten.

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Durch die Wüste (Tabas & Ferdows)

In ChakChak losgefahren, nahmen wir die erste Etappe unserer Wüstendurchquerung in Angriff. Wir hatten unsere Wasserbehälter aufgefüllt und den Kühlschrank (der den hiesigen Temperaturen nicht gewachsen ist) mit eigefrorenen Wasserflaschen gefüllt.
Die Fahrt war dann aber bei weitem nicht die erwartete Tortur, es schien uns eigentlich nicht heisser zu sein als das Stadtklima Teherans, wo der Smog und die heisse Abluft der ubiquitär vorhandenen Klimageräte für eine enormen Hitzestau sorgten.
Wir kamen also ohne Überhitzung (weder von uns noch vom Auto) kurz nach Mittag in Tabas an, wo wir Halt machten, um etwas zu essen und den hiesigen heiligen Schrein zu besuchen.
Danach beschlossen wir, die heutige Etappe noch etwas zu verlängern, da die morgige einiges länger wäre. Wir fuhren also bei Sonnenuntergang, welcher die Wüste und ihre Berge in wunderbare Farben tauchte, noch bis Ferdows weiter, wo wir in einem Hotel die Nacht verbrachten.
Als wir am nächsten Morgen auf der Suche nach einer Bäckerei und einem Fruchtsaftladen waren, wurden wir in der Bäckerei von einem Einheimischen Namens Jalal angesprochen, der uns – Widerspruch unmöglich – unser Brot zahlen wollte. Als wir ihn daraufhin nach einer Furchtsaftbar fragten, um ihn auch einladen zu können, führte er uns dahin, lud uns jedoch abermals ein (er wollte uns sogar mit Geld für die Reise versorgen!). Nachdem wir eine gewisse Zeit diskutiert hatten, wollte er uns noch zu sich nach Hause einladen, es wurde jedoch für uns Zeit, endlich die zweite Etappe unserer Wüstendurchquerung in Angriff zu nehmen, sodass wir uns von ihm verabschiedeten und weiter nach Mashad fuhren.

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ChakChak

Spätabends in ChakChak angekommen übernachteten wir auf einem Parkplatz unterhalb des Dorfes.
Am nächsten Morgen standen wir um 6 Uhr auf, damit wir die Wanderung den Bergen entlang nicht im prallen Sonnenlicht unternehmen mussten, denn wir befanden uns schon im inneren Wüstenbereich und wollten den Tag nicht gleich mit einem Hitzschlag beginnen.
Die Wanderung war zeitweise geprägt vom Suchen des Weges, aber dafür hatte man eine herrliche Aussicht auf die Wüste und die nächste „Bergkette“, die – in das Licht der aufgehenden Sonne getaucht – in schönsten Rottönen schimmerte.

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Yazd (Teil 2)

Zurück in Yazd mieteten wir uns als Erstes in demjenigen Hotel ein, wo wir den deutschsprechenden Receptionisten und die beiden Belgier getroffen hatten. Nach einem Abendspaziergang und einem Aabendessen legten wir uns schlafen und schliefen am nächsten Morgen etwas aus, sodass es – nach einem Fruchtsaftfrühstück – bereit Mittag war, als wir unseren Bummel durch die wunderschönen, aber labyrinthartigen Gässchen von Yazd begannen. Auf unserer Spaziergangsroute besuchten wir noch das Gefängnis des Alexanders, die Moschee der zwölf Imame, die Jame-Mosche und das Wassermuseum.
Von der Hitze etwas erledigt, gingen wir zurück zum Hotel und Fabian und Pirus spielten noch zwei Partien Schach, während Johanna ihren Rückstand im Schreiben des Tagebuchs verringerte. Danach besuchten wir trotz Hitze noch die Terasse des Hotel und füllten – im Hinblick auf die kommende Reise durch die Wüste – noch unsere Wasserkanister und unseren Vorrat an gefrorenen Trinkwasserflaschen auf.
Anschliessend gingen wir – nach einem Tipp von Pirus hin – noch in ein anders Hotel, da man dort gratis ins Internet könne. Leider konnten wir auch da nicht direkt auf den Blog zugreifen, wenigsten aber unsere Mails an den Blog versenden (wenn auch mit einer höchst bescheidenen Uploadrate, was einiges an Geduld erforderte).

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Rafsanjan

Der Abstecher nach Rafsanjan war wiederum ein Tipp von Kamal, unserem Gastgeber in Shiraz. Wir sollten dort ein Museum besuchen, in dem alle Gegenstände ausgestellt sind, die Rafsanjani während seiner Regierungszeit erhalten hatte.
Als wir ankamen, hatte das Museum jedoch noch Mittagspause, weshalb wir noch eine Melone verspeisten, die wir mit den verschiedenen Museumswärtern und zwei anderen wartenden BesucherInnen teilten.
Der Besuch des Museums selbst war nur mässig spannend, bekommt doch so ein Regierungschef von den Vertretern anderer Länder jede Menge Mist geschenkt (ausser vielleicht das Schachspiel im Afrikanischen Design), was aber irgendwie trotzdem interessant ist, mal gesehen zu haben. Ausserdem gab es noch eine Menge Fotos von den Treffen mit den anderen Staatsvertretern (u.a. mit Bashar al Assad).

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Kerman

In Kerman wollten wir eigentlich den Ganjali Khan Palast anschauen, der zu grössten Teilen als Basar genutzt wird. Leider konnten wir die restlichen Teile nur ungenügend besichtigen, da sich das meiste in Renovation befand.
Totzdem schlenderten wir noch ein bisschen durch den Basar und fuhren anschiliessend weiter in Richtung Yazd zurück.

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Mahan

In Mahan besuchten wir als erstes den Garten des Prinzen (Shazdeh Garten), obwohl es schon spätabends war. Eigentlich wollten wir dann auf dem Parkplatz vor dem Garten (wo es auch Zelte hatte) übernachten, wurden aber mal wieder von einem Einheimischen angesprochen, der uns einen „besseren“ Nachtparkplatz zeigen wollte. Dieser befand sich vor einer Moschee (Astan-e-Shah Nematallah-e-Vali), die wir bei schöner Beleuchtung besichtigten und uns sogar noch die Grabkammer geöffnet wurde.
Anschliessend schlug er uns vor, vor dem Laden seiner Familie zu übernachten, da dort die ganze Nacht jemand anwesend wäre und ein Auge auf uns haben könne. Dies taten wir dann auch und am nächsten Morgen war er früh wieder da, hatte aber wohl Langeweile in seinem Küchenelektronikgeschäft, quasselte uns deshalb voll (er lernte gerade noch Französisch, Englisch konnte er schon) und wollte uns nicht mehr gehen lassen.
Wir wollten aber nicht so lange warten und mussten ihn dann etwas vor den Kopf stossen und seine Bitte, uns zum Mittagessen einladen zu dürfen, ablehnen. Wir verabschiedeten uns also von ihm und gingen nochmals in den Shazdeh Garten um ein Frühstückspicknick zu geniessen.

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Maymand

Maymand besuchten wir auf den Rat des deutschsprechenden Hotelreceptionisten in Yazd namens Pirus. Wir wurden auch sogleich von einem Soldaten in Empfang genommen, der unsere Personalien aufnahm und uns dann zu seinem „Chef“ führte. Der war ein Architekt, der sich darauf spezialisiert hatte, historische Stätten des Irans auf die Liste der Weltkulturerbe vorzuschlagen. Zu diesem Zweck weilte er momentan in Maymand. Er zeigte uns dann verschiedene – noch benutzte – Haushöhlen und wie die Bewohner darin leben.
Anschliessend lud er uns zum Tee ein und erzählte uns, dass er für seine Arbeit zu diesen Haushöhlen auch noch Kapadokkien in der Türkei besuchen wolle, da es dort ähnliche Höhlen gäbe. Als wir ihm erzählten, dass wir dort gewesen seien, fragte er uns, ob wir Fotos davon hätten. Wir kopierten ihm dann unsere Fotos der Höhlensysteme, die wir an verschiedenen Plätzen Kapadokkiens gemacht hatten.
Danach schlug er uns vor, doch noch etwas in der momentan von ihm benutzten Haushöhle zu verweilen, um der grössten Mittagshitze aus dem Weg zu gehen. Wir schliefen dann gemütlich ein Stündchen und nach einem weiteren Tee verabschiedeten wir uns von ihm und fuhren weiter Richtung Kerman.

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Yazd (Teil 1)

Als wir in Yazd ankommen, sind wir ziemlich müde von der Hitze und einem langen Tag. Wir nehmen deshalb das erstbeste günstige Hotel und machen keine lange Stadtbesichtigung mehr.
Am nächsten Tag bummeln wir durch die Stadt sehen beim Amir Chagmag-Platz ein kleines Hotel, wo wir nach dem Preis fragen wollen (mit dem Hotel der letzten Nacht sind wir nicht ganz zufrieden). Als wir in der Hotellobby sind, sehen wir dort den Receptionisten und einen Gast Schach spielen, dessen Kollege sitzt daneben.
Zu unserem Erstaunen spricht der Rezeptionist Deutsch, auch die beiden Gäste lernen wir kennen: sie kommen aus Belgien und sind ebenfalls für mindestens 1 Jahr unterwegs (allerdings ohne Auto). Zwei Schachpartien später ziehen wir mit dem Belgierduo los, die sich in Yazd schon etwas auskennen und uns durch die verwinkelten Gässchen der Altstadt führen (wobei sie sich dann auch nicht mehr zurechtfinden, aber mithilfe einer Karte finden wir dann zurück).
Danach nehmen wir sie mit zum leicht ausserhalb gelegenen Turm der Stille, wo nach zoroastrischem Ritual, die Toten auf die Anhöhe gelegt wurden, damit sie von Geiern usw. gefressen würden und weder dem Himmel noch der Erde anheimfallen würden (dies ist ihnen jedoch aus hygienischen Gründen heute verboten).
Als wir anschliessend in die Stadt zurück fahren wollen, ist auf den Strassen die Hölle los: Alle 50m werden Gratisgetränke mit verschiedenen Geschmacksrichtungen verteilt, es wird uns Glacé geschenkt und nach einer langen Fahrt erst errichen wir wieder das Stadtzentrum. Der Anlass dieses Treibens ist der am nächsten Tag bevorstehende Geburtstag des zwölften, verborgenen Imams.
Trotz der tollen Verpflegung unterwegs, gehen wir noch gemeinsam Abendessen, bringen die Belgier dann zum Bahnhof und machen uns auch auf den Weg in Richtung Kerman. Wir erreichen dann um drei Uhr morgens noch Hera und legen uns auf einem Tankstellenparkplatz schlafen.

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