Archiv der Kategorie: Indien

Mumbai

Trotz grossem anfänglichen Respekt finden wir uns in Mumbai locker zurecht und gelangen gleich zum Chhatrapati Shivaji Terminus (CST) und zum Büro der Schifffahrtsgesellschaft, die unser Auto verschiffen soll (bzw. selbiges organisieren soll). Wir klären noch ein paar Formalitäten und treffen ein englisch-irisches Pärchen, die ihr Auto mit derselben Gesellschaft nach Neuseeland verschiffen. Da wir ach unserem Gondelnahtoderlebnis eigentlich noch ein Erlösungsbierchen ausstehend haben, gehen wir gleich gemeinsam in eine Bar. Da der ganze Abend dann etwas länger dauert, ist es zu spät noch ein Hotel zu suchen und wir übernachten mal wieder im Auto.
Am nächsten Morgen machen wir einen ersten Stadtrundgang und laufen vom CST ungefähr Richtung Süden, besuchen die Kathedrale des heiligen Thomas (einer der Apostel, der im 1. Jahrhundert in beschränktem Rahmen die Christianisierung Indiens voranzutreiben suchte) und anschliessend das Hohe Gericht, betrachten das altehrwürdige Universitätsgebäude mit seinem Uhrenturm und fühlen uns beinahe in England. Anschliessend besuchen wir einen der Stadtparks, das Oval Maidan, wo sich, wie immer, viele Inder in der pseudo-sportlichen Aktivität des Crickets versuchen. Am Elphinstone College vorbei geht es dann zum National Museum of Modern Art, in dem wir eine Ausstellung über einen polnischen Maler und Innenarchitekten sehen, der einige Zeit in Indien gelebt hat und für das Design des Maharadschapalastes in Jodhpur zuständig war. Wir spazieren weiter in das Colaba Viertel am Südende Mumbais und beginnen, uns nach einem anständigen Hotel umzuschauen; leider sind die meisten nur durch Bretterwände abgetrennte „Schlafboxen“ und da wir unser ganzes Zeug packen müssen, ist uns dies ein wenig zu eng. Platz hätte es wohl im riesigen Luxushotel namens Taj Mahal Palace, aber wir trauen uns nicht einmal nach dem Preis zu fragen. Nach einem Besuch des Gateways of India kehren wir per Taxi zu unserem Ausgangspunkt beim CST zurück um halt dort nach einem Hotel zu suchen. Jedoch auch hier gestaltet sich die Suche ausgesprochen schwierig und hätte es mal eines, darf dieses nur Inder beherbergen!). Trotzdem finden wir dann doch noch ein Hotelzimmer und räumen bereits viele der Sachen aus unserem Auto.
Den Sonntag verbringen wir v.a. mit dem Buchen von Flügen und der weiteren Organisation unserer Reise, schlendern durch die Marktstände an der Sahid Bagat Singh Marg.
Am Montag fahren wir ins Chor Bazaar Viertel um uns zwei Dreibeine zu besorgen, mit denen wir die Hinterachse unseres Auto abstützen können, da es wohl nicht mit montierten Hinterrädern in den Verschiffungscontainer passen wird. Da auch unser Wagenheber nicht wirklich ein nützliches Instrument ist, besorgen wir auch gleich noch einen brauchbaren: Jetzt fühlen wir uns gut vorbereitet für das Autoeinladen am nächsten Tag.
Frühmorgens stehen wir vor dem Büro der Verschiffungsgesellschaft, eigentlich sollten wir bald mit einem Helfer zum Jawaharlal Nehru Port Trust losfahren, um dort die Zollformalitäten der Fahrzeugausfuhr zu erledigen. Da aber noch niemand da ist, müssen wir uns in Geduld üben, bis es endlich losgeht- Die Fahrt ist mit von ein paar Unsicherheiten unseres Begleiters bezüglich der korrekten Route begleitet, wir kommen aber dann doch ohne grössere Umwege am Hafen an. Dort müssen wir v.a. warten, warten und warten – gut haben wir Bücher dabei. Des Abends müssen wir mit der Fähre zurück nach Mumbai. Leider konnten wir den Wagen noch nicht verladen, der Container sollte aber morgen bereitstehen und wir verabreden uns am Fährterminal in Mumbai für den nächsten Morgen.
Leider wird uns dann am nächsten Morgen beschieden, dass es irgendwelche Probleme gäbe und der Frachtcontainer noch nicht bereit stehe, sodass wir kurzerhand umdisponieren und die Fähre auf die Elephanta Insel nehmen, auf der es auch Höhlentempel wie in Ellora geben soll und die ebenfalls als Weltkulturerbe klassifiziert sind. Die Höhlen, die wir dann auf der Insel zu sehen bekommen sind kein Vergleich zu den Prachtbauten in Ellora, dafür werden uns die eingemeisselten Figuren und die Hintergründe zur Darstellung von einer Gratisführerin erklärt.
Am Donnerstag ist dann der Container da und diesmal können wir die Föhre zum JNPT nehmen. Als wir dann mit dem Auto nah an den Containereingang fahren, erschrecken wir und unsere Optimismus bezüglich „der wird schon rein passen“ schwindet. Doch probieren geht über studieren und als die Verladerampe vor dem Container steht, starten wir einen ersten Versuch: keine Chance. Also Plan B. Wir lassen die Luft aus einem der Vorderräder und montieren ans andere den in Agra aufgeschlitzten Reifen, sodass wir vorne mit zweit platten Reifen ein paar Zentimeter gewinnen. Dann fahren wir so weit wie möglich in den Container, halten an und lassen uns das Hinterteil des Wagens von einem Gabelstapler anheben, damit wir beide Reisen abmontieren können. Dann geht der Gabelstapler mit seiner Gabel so weit nach unten, dass die Trommeln der Hinterradbremsen noch knapp über Boden sind. Fabian klettert anschliessend auf die Tür des Containers und gibt dem Gabelstaplerfahrer Anweisungen, wie viel höher er jeweils noch gehen kann, um die Rampe hochzukommen und trotzdem nicht oben am Container anzuschlagen. Johanna steuert derweil das eigentlich antriebslose Fahrzeug. Wir schaffen es haargenau in den Container und Fabian würgt sich am Gabelstapler vorbei um die Hinterachse mit den Dreibeinen zu stützen. Da auch auf den Seiten nicht viel Platz besteht, ist Johanna nach der Wegfahrt des Gabelstaplers gezwungen, durch den Kofferraum aus unserem VW-Bus auszusteigen. Wir sind jedoch hoch erleichtert, dass das Auto reingepasst hat (ein Grosscontainertransport ist nämlich quasi unbezahlbar) und gehen in der Hafenkantine etwas essen, während ein paar Helfer den Wagen im Container befestigen. Nach einer Abschliessenden Kontrolle, wird de Container versiegelt und wir können wiederum per Fähre nach Mumbai zurückkehren und anschliessend bei ein paar Bierchen die ganze Anspannung von uns fallen zu lassen.
Am nächsten Tag sind wir dann zwar etwas geplättet, wollen aber noch etwas mehr von Mumbai gesehen haben, weshalb wir uns zuerst zum Mahalaxmi Dhobi Ghat fahren lassen, um dort die Wäscher bei ihrer Arbeit („Kleiderprügler“ wäre wohl der passendere Ausdruck) zu beobachten. Von dort aus gehen wir weiter zum Nehru Wissenschaftszentrum, dessen Exponate mal in besserem mal in schlechterem Zustand sind. Weil man von hier aus nicht direkt zum anderen Teil des Nehru Zentrums mit dem Planetarium gelangen kann, müssen wir das ganze Areal umrunden und kommen dabei durch eine Art von Slum mit einer offensichtlich komplett muslimischen Bewohnerschaft, für die die örtliche Moschee zur Gebetszeit viel zu klein ist. Im anderen Teil des Nehru Zentrums sehen wir uns eine Ausstellung zur Geschichte Indiens an, schalten jedoch gegen Hälfte der Ausstellung einen Gang hoch – für heute haben wir wohl genug von Museen. Anschliessend geht es weiter der Küstenlinie entlang zur ins Meer hinaus gebauten Haji Ali Moschee. Danach wollen wir eigentlich noch den Mahalaxmi Tempel besuchen, die anstehende Menschenschlange beginnt jedoch bereits derart früh, dass wir es bleiben lassen und uns stattdessen zum Bangganga Tank fahren lassen, dessen Umgebung relativ idyllisch auf uns wirkt. Wir spazieren dann weiter in Richtung Osten und nehmen dann den Bus zu den Hängenden Gärten von Mumbai. Wer sich jedoch gedacht hat, dass man hier endlich eine Vorstellung davon bekommen könnte, was hängende Gärten überhaupt sind, sieht sich getäuscht: es handelt sich um einen relativ gewöhnlichen Stadtpark mit ein paar zurecht geschnittenen Sträuchern und einigen Blumen. Von hier aus gehen wir weiter in den Kamala Nehru Park um die dortige Aussicht auf den Stadtstrand Mumbais, den Chowpatty Beach (aber Baden kann man bei der Wasserverschmutzung wohl realistischerweise nicht), zu geniessen. Der Abstieg zum Chowpatty Beach gestaltet sich dann relativ kompliziert, da man irgendwie an einer verlassenen Baustelle vorbeikommen muss, wo eigentlich riesige Rohre unter ebendiesen Abstieg installieren werden sollten. Von dort aus wollen wir dann eigentlich mit dem Bus zu unserem Hotel nahe beim CST gelangen, sind dann aber auch nicht traurig, als ein Taxi bei uns anhält, da wir nach diesem anstrengenden Tag etwas durch den Wind sind.
Am nächsten Morgen holen wir noch die restlichen Papiere bei der Schifffahrtsgesellschaft ab und lassen uns anschliessend zum internationalen Flughafen von Mumbai chauffieren und verabschieden uns dann nach zwei Monaten von Indien.

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Raigad

Raigad soll ein letzter Abstecher vor Mumbai werden, jedoch nicht der letzte unseres Lebens. Als wir das Fort auf der Bergspitze schon von weitem sehen sind wir zuerst beeindruckt, als wir dann aber in der Gondelbahn sitzen ist der Eindruck der Todesgefahr jedoch stark überwiegend. Dies weil einerseits die Bahn ohne irgendeinen Stützpfosten steil die Bergflanke hinaufgeht und andererseits das Tragseil in einem jämmerlichen Zustand zu sein scheint. Wir machen uns schon Gedanken, das man dann in der Zeitung von einem Gondelbahnunglück in Indien liest, bei dem auch zwei Schweizer ums Leben kamen und stellen uns unsere Reaktion auf einen solchen Artikel vor: Sind ja selber schuld. Man weiss doch, dass man nicht solche – wahrscheinlich nie kontrollierten – Gondelbahnen benutzen darf. Da muss man sich dann nicht wundern, wenn’s halt schief geht. Aber wir kommen glücklich und mit etwas zitternden Knie oben an und schwören, dass wir hinunter den Fusspfad nehmen werden, auch wenn dies über eine Stunde dauert.
Erleichtert machen uns daran, das wenig spektakuläre Fort zu besichtigen und die umso spektakulärere Aussicht ins Umland zu geniessen. Als wir dann bemerken, dass die Sonne gleich untergehen wird und der Fusspfad im Dunkeln auch als sehr gefährlich gilt, kehren wir todesmutig zur Bergstation der Gondelbahn zurück und verbringen eine angespannte Fahrt, bis wir endlich gesund unten ankommen.

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Mandrem Beach

Der nächste von Goas Stränden den wir aufsuchen ist sozusagen als Geheimtipp bekannt (ja, ich bin mir des Widerspruch der Aussage bewusst). Grundsätzlich geht es zwar schon noch etwas ruhiger zu als in Anjuna, die Unterschiede sind jedoch nicht so stark.
Jedenfalls muss es sich um einen regelmässig von Russen besuchten Strand handeln, als wir nämlich am Abend ankommen und noch in ein Strandrestaurant zum Meeresfrüchteessen gehen wollen, stellen wir fest, dass es alle Menus auch in kyrillischer Schrift gibt.
Jedenfalls ist der Strand gemütlich und auch bis weit hinaus relativ seicht, was schöne brechende Wellenberge verursacht, in denen es sich herrlich herumplanschen lässt.

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Anjuna Beach

Der Strand von Anjuna gilt als der Hippie-Strand Goas schlechthin. Eine all zu starke Häufung fällt uns zwar nicht auf, doch man entdeckt schon ein paar alte, bärtig-langhaarige Typen in String-Tangas.
Ansonsten ist der Strand sehr friedlich, zwar touristisch aber keinesfalls überfüllt und die Warnungen vor massenhaft auftretenden Frauen-im-Bikini-anstarrenden Indern scheinen reichlich übertrieben.
Wir können also ganz entspannt etwas Zeit mit lesen verbringen, manchmal unterbrochen durch ein Bad im Meer oder die Darreichung eines neuen Mango-Lassies.

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Panjim

Obwohl Panjim die Hauptstadt der Provinz Goa ist, hat es nicht viel zu bieten ausser ein kompliziertes Einbahnstrassensystem. Aber auch hier kann man wieder viele christliche Kirchen entdecken und die erhaltenen altkolonialen Gebäude sind meist schön (mit Ausnahme des heruntergekommenen Sekretariatsgebäudes aus dem 16. Jahrhundert, vor dem aber immerhin eine etwas absurd anmutende Statue steht), ausserdem hat die Stadt Tempel vieler Religionen zu bieten, so auch wieder mal eine Jama Masjid und einen Mahalaxmi Tempel, der aber noch sehr modern aussieht (sprich: kaum verdreckt ist). Wir schlendern durch die Stadt, trinken Kingfisher-Bier und Frucht-Lassies in altkolonialen Gebäuden, erklimmen den Stadthügel und finden des Abends in einem unbeleuchtet Hinterhof das Treppenhaus zu einem Internetcafé im dritten Stock (war nicht leicht).

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Old Goa

Old Goa ist eine alte portugiesische Kolonialstadt, von der heute beinahe nur noch die vielen weiss getünchten Kirchen als Wahrzeichen übrig geblieben sind. Nichtsdestotrotz ein spezieller Anblick hier in Indien.

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Sahakari Gewürzplantage

Kurz vor Ponda entschliessen wir uns spontan, eine der Gewürzplantagen zu besuchen. Es wird eine hoch touristische Erfahrung werden: Schon zur Begrüssung werden uns Blumengirlanden um den Hals gehängt und als genügend Leute gekommen sind, werden wir als Gruppe durch die sozusagen wilden Teile der Plantage geführt (soll heissen, dass die in der Plantage vorhandenen Pflanzen hier mehr oder weniger chaotisch wachsen und eigentlich nicht zur Erntewirtschaft dienen). Schon bald komme ich mir vor wie an einer Geobotanikexkursion: Eigentlich interessiert mich die Pflanze nicht zu stark und nach kurzer Zeit ist jegliche Erinnerung an den Namen usw. aus meinem Gedächtnis verschwunden. Auf unserer Besichtigung wird uns auch noch vorgeführt, wie die Plantagenarbeiter zur Ernte auf die Bäume kraxeln und dann mit dem gesamten Baum derart hin und her schwingen, dass sie direkt in die nächste Baumkrone gelangen können.
Zum Abschluss der Führung gab es dann eine kleine Erfrischung (kaltes, mit ätherischen Ölen angereichertes, Wasser den Rücken hinunter) und ein Buffet mit typisch goanischen Gerichten. Die Blumengirlanden hängen wir dann an den Rückspiegel unseres VW-Busses und fühlen uns gut gerüstet für das weitere Goa.

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Hampi

Was Chichén Itzá für die Spring Break Studis in Cancún scheint Hampi für die Hippies von Goa zu sein: das nah gelegene kulturell-historische Ausflugsziel für etwas Abwechslung vom Alltag am Strand.
Aber Hampi hat auch wirklich allerhand zu bieten: es muss früher eine riesige Stadt gewesen sein, die Ruinenfelder bedecken grosse Flächen und das Ganze ist eingebettet in eine wunderschöne Steinblocklandschaft.
Das Wahrzeichen des heute wieder bewohnten Teils von Hampi (Hampi Bazaar genannt) ist der hochaufragende Eingangsturm des Virupakhsa Tempels. Von hier aus machen wir uns auf einen längeren Fussmarsch mehr oder weniger dem Tungabhadra-Fluss entlang in Richtung Osten, vorbei an unzähligen Tempeln und schönsten Steinformationen, vorbei am Achyutaraya Tempel und an der Waage des Koenigs bis hin zum als Weltkulturerbe klassifizierten Ensemble des Vittala Tempels. Von dort aus gehen wr weiter und sind gespannt, ob die Brücke, die laut unsrem Reiseführer von 2007 gerade in Konstruktion begriffen war mittlerweile steht. Nein, wie wir feststellen dürfen, muss die Brücke bei der Konstruktion eingestürzt sein, sodass wir – zusammen mit manchen Motorrädern und deren Fahrern – das Fährboot über den Fluss nehmen müssen um auf die andere Seite und nach Anegundi zu gelangen.
Zurück auf der Hampi-Seite des Flusses nehmen wir dann eine Autorikscha, um in die Ruinenfelder des Royal Centre zu gelangen und erfahren im Gespräch mit unserem Fahrer, dass beinahe jeden Tag zwei Schlangenbeschwörer ihre Beschwörungskünste im Hampi Bazaar vorführen. Nach einem ausgedehnten Streifzug durch die Ruinenfelder laufen wir zu Fuss in Richtung Hampi Bazaar zurück und werden zufäööigerweise wieder von demleben Rikschafahrer mitgenommen (als Anhalter sozusagen und eigentlich nicht gegen Bezahlung, die er dann aber trotzdem bekommt). Leider sind die Schlangenbeschwörer schon nach Hause gegangen. Wir hoffen auf den nächsten Tag und lassen unseren Tag zuerst an den Ghats am Fluss (wo wir Zeuge werden, wie eine Verkäuferin einen Touristen beschuldigt, Kaufobjekt und Retourgeld eingesteckt zu haben, ohne überhaupt zuvor bezahlt zu haben, was uns reichlich merkwürdig erscheint) und anschliessend in einem Restaurant in dem die Speisen liegend eingenommen werden ausklingen.
Am nächsten Tag eilen wir hoffnungsfroh zu den einschlägigen Orten, an denen die Schlangenbeschwörer normalerweise ihre Darbietungen abhalten, doch ist vorerst keiner da. Unterwegs kaufen wir dann mal Bananen für 10 Rupien ein, müssen mit einer 100 Rupien Note bezahlen und als wir das Retourgeld in der Hand halten schreit die Verkäuferin los, wir hätten ihr nichts bezahlt und seien ihr noch 100 Rupien schuldig: aah! das war also auch der Trick von der anderen Verkäuferin am Vorabend! Jedenfalls gelingt es Johanna, der Verkäuferin die nur halbwegs versteckte 100 Rupien Note aus der Hand zu reissen und sie somit der Lüge zu bezichtigen. Diese steckt das Geld ein und fährt mit ihrem Geschrei fort. Wir lassen uns nicht beeindrucken, wer soll schon glauben, dass man das Retourgeld vor dem Bezahlen bekommt und woher bitte soll die Käuferin im Voraus wissen mit welcher Note wir bezahlen werden? Jedenfalls kann einem ein solches Verhalten schon auf den Wecker gehen und wir bereuen, dass Johanna nicht zur Strafe einfach die 100 Rupien Note eingesteckt hatte, die sie der Verkäuferin schon entrissen hatte, um auf unsere vollzogene Bezahlung hinzuweisen; wir wären jedenfalls gespannt gewesen auf das Geschrei, wenn die Verkäuferin wirklich beschissen worden wäre :-).
Nachdem wir wieder an den Schlangenbeschwörerauftrittsorten vorbeigeschaut haben, setzen wir uns halt in ein Cafe und warten lesend auf das hoffentliche Eintreffen derselben; leider ist uns auch bis am Nachmittag das Glück nicht hold und wir beschliessen uns auf den Weg in Richtung Goa zu machen.

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Bijapur

Noch vor den Toren der Altstadt Bijapurs besuchen wir das Ibrahim Rouza, ein weiteres Grabmal, das ein Herrscher (Ibrahim Adil Shah II) seiner Gattin als Ehrengrabmal errichtet hat. Wieder einmal laufen wir in einen Filmdreh, angesichts der gedrehten Szenen hatten wir jedoch nicht mal Lust nachdem Namen des Filmes zu fragen, das Ibrahim Rouza hingegen ist als Szenerie nicht zu verachten.
Innerhalb der Mauern der Altstadt versuchen wir uns mit einem Besuch des Upli Buruj Wachturmes eine Übersicht zu verschaffen, bevor wir die Zitadelle mit den verschiedenen Palastruinen besuchen. Die dort zuvor spielenden Kinder nerven einen bei der Besichtigung ganz gewaltig und lassen uns keine ruhige Sekunde. Nachdem wir weiter durch die Altstadt geschlendert sind, gehen wir auf einem Dachterassenrestaurant über den Ständen des Lebensmittelmarktes Abendessen und versuchen anschliessend ein Hotel zu finden, was schliesslich darin endet, dass uns ein netter Portier auf dem Parkplatz seines Hotel im Auto übernachten lässt.
Früh am nächsten Morgen besichtigen wir das Golgumbaz (auch ein Grabmal, diesmal für Mohammed Adil Shah, seine zwei Frauen, eine seiner Mätressen, eine seiner Töchter und einen seiner Söhne), ein monumentaler, dafür relativ schmuckloser Bau, dessen riesige Kuppelkonstruktion bezüglich Echo-Wiederholung alle bisher besuchten Kuppeln in den Schatten stellt. Froh, die ersten Besucher zu sein, erklimmen wir die Treppe bis unters Kuppeldach, testen das Echo und Flüstern in unheimlicher Stimmverstärkung Nazgûl-mässig „Baggins! Shire!“. Der Spass ist dann zu Ende, als die ersten Schulklassen eintreffen, das ganze in eine wahre Donnerkuppel verwandeln und man danach keine einzelnen Echos mehr wahrzunehmen im Stande ist.

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Daulatabad

Am Nachmittag kommen wir in Daulatabad an und machen uns an die Erstürmung des ursprünglich Devagiri (Götterhügel) genannten Hügels inmitten der Befestigungsanlagen des Forts von Daulatabad; wohin während der Herrschaft von Mohammed Tughlaq alle Bewohner des 1100km entfernten Delhis zur Umsiedlung gezwungen wurden (nach ein paar Jahren aber wieder dorthin zurückkehrten).
Jedenfalls macht bereits der Chand Minar (Siegesturm) im noch flachen Teil des Fortgeländes gehörig Eindruck und auch der Aufstieg zieht sich etwas dahin, gilt es doch verschiedene Befestigungsringe und einige Höhenmeter zu überwinden. Die Aussicht auf die umliegende Ebene wird jedoch immer schöner (wenn wir gerade nicht im unbeleuchteten – zum Glück haben wir Taschenlampen dabei – Inneren des Hügels hochlaufen müssen). Erst nach Sonnenuntergang sind wir wieder bei unserem Auto zurück.

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