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Fahrt durch Honduras (Siguatepeque – Copán)

Auf der honduranischen Seite der Grenze lernen wir ein reisendes Pärchen aus Argentinien kennen: Joaquin und Clara. Wir entschieden uns gleich, Honduras gemeinsam zu durchqueren, denn auch die Beiden haben sehr viel schlechtes über die Sicherheitslage gehört.
Zuerst geht es, zwar inkompetent, aber sehr freundlich los – irgendwie funktioniert der Computer des Grenzbeamten nicht wie gewohnt (und nein, es ist nicht so, dass der Computer erst nach angemessener Bezahlung des Grenzbeamten funktionieren würde – er scheint eine ehrliche Haut zu sein). Er freut sich dann aufrichtig, als wir ihm erzählen, dass wir in Honduras auch touristische Ziele verfolgen und nicht nur eine Transit fahren (was nicht so ganz der Wahrheit entspricht, aber zumindest die Maya-Ruinen von Copán möchten wir eigentlich noch sehen). Schliesslich schaffen wir es noch knapp vor Schliessung der Grenzbank (die gemäss angeschlagenen Öffnungszeiten eigentlich den ganzen Tag geöffnet haben sollte, aber nichtsdestotrotz um 12Uhr schliesst) die Grenzgebühren einzuzahlen (diese dürfen zwecks Korruptionsverhinderung nicht dem Grenzbeamten selbst bezahlt werden) und wenig später haben wir dann alles zusammen für eine Fahrt in Honduras.
Bald nach der Grenze müssen wir ein erstes Mal anhalten: die beiden Argentinier brauchen Diesel. An der Tankstelle steht auch gleich ein Wächter mit grosskalibrigem Gewehr – eindeutig kein Hinweis für die eine entspannte Sicherheitslage. Da wir nicht wirklich schnell vorwärts kommen, schaffen wir es nur noch bis Siguatepeque, wo wir ein Hotel mit bewachtem Parkplatz suchen. Leider ist uns kein Erfolg beschieden und so ist das Beste was wir finden eine bewachte 24h Tankstelle. Hier ist übrigens alles bewacht, so hat beispielsweise auch ein Getränkelieferwagen, der hier zum Auftanken kommt, Begleitung in Form eines Wächters mit schusssicherer Weste und verschiedenen gross- und kleinkalibrigen Schusswaffen. Den Abend verbringen wir im Tankstellshop mit Schwatzen, alle sind ein wenig angespannt wegen der Nacht auf dem Tankstellparkplatz. Wir zahlen dem Wächter noch einen zusätzliches Trinkgeld und legen uns schliesslich schlafen.
Nach einer problemlosen und ruhigen Nacht gibt es noch einen Tankstellshopcafé, bevor unsere Reise im Dreierkonvoi weiter geht. Scheinbar ist die direkte Route nach Santa Rosa/Copán nicht sehr empfehlenswert (es bleibt unklar, ob dies am Strassenzustand oder der Sicherheitslage liegen soll) und so fahren wir den Umweg über den Norden und San Pedro Sula. Alles geht gut und auch die gelegenheitlichen Polizeikontrollen sind völlig problemlos, wir kriegen nichts von der vielbeschworenen Korruption der honduranischen Strassenpolizisten mit und so erreichen wir am späteren Nachmittag die Maya-Ruinenstätte Copán. Wir schauen uns ein wenig um, erfahren aber, dass es heute wohl nicht mehr für eine Besichtigung reicht. Da für uns noch viele weitere Maya-Pyramiden auf dem Programm für die nächsten Tage stehen, entscheiden wir uns zur Weiterfahrt, die beiden Argentinier jedoch bleiben, denn sie hoffen, beim Eingang zur Ruinenanlage am nächsten Tag noch ein paar ihrer T-Shirts zu verkaufen (so verdienen sie sich ein Zubrot für ihre Reisekasse).
Nicht 10km weiter und nach Passieren der obligaten LKW-Schlange, erreichen wir die Grenze zu Guatemala. Auch die Wiederausreise aus Honduras klappt problemlos, niemand fragt nach einem kleinen „Nettigkeitsbeitrag finanzieller Natur“ und so verlassen wir Honduras wieder, ohne auf irgendein Problem gestossen zu sein.

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