Archiv der Kategorie: Guatemala

Fahrt nach Belize (Melchor de Mencos)

Nachdem wir hundemüde wieder aus dem archäologischen Gebiet von Tikal hinausgefahren sind, sammeln wir den wartenden Patric ein und entscheiden uns dazu, noch ein paar Kilometer in Richtung Grenze zu Belize zu fahren. Weit ist es nicht mehr und wir gelangen nach Melchor de Mencos, wo wir ein Hotel mit sicherem Parkplatz finden und uns des Abends noch auf einen gemütlichen Jass mit Bier hinsetzen (Patric und Fabian die beiden Excel-Jünger haben natürlich eine Graphik dazu erstellt und seither wird jedes Resultat penibel in diese eingetragen :-)).
Am nächsten Morgen fragen wir an der Tankstelle nach, wieviele Quetzales wir noch brauchen, um über die Grenze zu kommen (eine ganze Menge, für Ausreisegebühren und Autoabmeldung usw.). Den Rest vertanken wir und tauschen sie in Belize Dollars um (die haben einen festgeschriebenen Wechselkurs von 0.5 zum USD), um die Einreise nach Belize berappen zu können. Als wir aber über die Grenzbrücke kommen, wird noch ein „Spezialwegzoll“ für das Passieren der Brücke verlangt – und aus ist es mit unserer Berechnung. Wir bezahlen in US-Dollar. An der Grenze haben wir dann aber alles nötige und so können wir rasch die Einreise nach Belize in Angriff nehmen.

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Tikal

Ganz früh am nächsten Morgen machen wir uns (ohne Begleitung Patrics, den das zu wenig interessiert und deshalb ausschläft und den Tag im Restaurant beim Eingang verbringt) auf die Fahrt nach Tikal hinein. Wir haben hoffentlich genug Trinkwasser dabei und nach einem kurzen Frühstück machen wir uns an die Besichtigung Tikals, einer der grössten Mayastädte, die am Höhepunkt ihrer Macht im 8. Jahrhundert 50’000 Einwohner (mit Agglomeration 200’000 Einwohner) aufwies, aber bereits Ende des 10. Jahrhunderts vollständig verlassen wurde.
Wir haben zwar eine Karte der Ruinenstätte dabei, doch den ersten Ruinenkomplex den wir vorfinden sollen, finden wir nur nach längerem Suchen. Die Karte wird sich auch im Verlauf des Tages nicht als sehr massstabsgetreu herausstellen (man kann sie wohl am besten mit der Zeichnung eines dreijährigen Kindes vergleichen, das sein Dorf malt). Schliesslich gelangen wir zum ehemaligen Stadtzentrum, einem Platz um den sich der Tempel des grossen Jaguars (Templo I, 47m hoch), der Templo II (38m hoch), die Acropolis Central und die Acropolis Norte gruppieren. Hier treffen wir auch auf eine kleine Filmcrew, welche eine inszenierte Führung filmt, wobei auch noch ein inszenierter Maya-Feuerbrauch dargestellt wird. Da immer mehr TouristInnen kommen, verlassen wir den zentralen Platz wieder Richtung Süden und finden uns mutterseelenallein beim riesigen Templo V (57m hoch) wieder, den wir (wohl unerlaubterweise) erklimmen. Über den Platz der sieben Tempel und die südliche Akropolis gelangen wir zum „Mundo Perdido“-Tempel, wo wir Zeugen eines kleinen Dramas werden: Eine Baummaus hat ihr Neugeborenes vom Baum fallen gelassen. Da es aber Leute hat, getraut sie sich nicht auf den Boden, um ihr Junges zurück zu holen. Ein Einheimischer versucht schliesslich, ihr das Junge auf Blättern auf den Ast hochzureichen, wobei es noch ein paar Mal wieder zu Boden fällt. Schliesslich gelingt es ihm, mithilfe seiner Schirmmütze, der Mutter ihr Junges hochzureichen, worauf diese mit ihrem Jungen wieder in die höheren Bereiche des Baues hochklettert (keine Ahnung ob es noch lebensfähig ist, jedenfalls hat es sich noch bewegt). Weiter geht es dann zum Templo IV, dem mit 70m höchsten aller Tempel Tikals, von dem aus wir eine wunderbare Aussicht auf das gesamte Areal geboten bekommen.
Auf unserer weiten Wanderung vorbei an der Zona Norte und hin zur Grupo H bekommen wir dann ein leicht mulmiges Gefühl, da sich offensichtlich kein Tourist bis hierher „verirrt“ und uns wieder die Geschichten von Touristen in den Sinn kommen, die auf dem Areal überfallen wurden. Es geht jedoch alles gut und zum Abschluss begeben wir uns noch zum Palacio de las Acanaladuras und zum Templo VI, bevor wir dann nach etwa 7-stündiger Besichtigung hundemüde zum Auto zurückkehren.

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Fahrt durch Guatemala (Chiquimula – Rio Dulce)

Auch auf guatemaltekischer Seite der Grenze haben wir keine Probleme bei der Einreise und so fahren wir schnell weiter in Richtung Chiquimula. Unterwegs können wir uns an einem Bankomaten noch die lokale Währung „Quetzales“ besorgen und beim Eindunkeln erreichen wir schliesslich den ersten grösseren Ort in Guatemala: Chiquimula.
Wir fragen beim (anscheinend) einzigen Motel nach einem Zimmer, es erscheint uns aber zu teuer, weshalb wir noch etwas weitersuchen. Die Suche artet schliesslich in eine längere Stadtbesichtigung aus, bei der wir aber auch nicht fündig werden (wir finden zwar Hotels, aber immer ohne sichere Parkplätze), sodass wir zu guter Letzt wieder zum zuerst angefragten Motel zurückkehren. In einem Restaurant nahebei gönnen wir uns schliesslich ein Abendessen mit Wein auf unsere gut überstandene Reise durch Honduras und später des Nachts geht Fabian noch baden, da es beim Motel auch noch ein Schwimmbecken gibt, das er auf keinen Fall auslassen möchte. Erst als es zu stark gewittert und die zeitliche Blitz/Donner-Distanz zu klein geworden ist, begibt er sich zu Johanna und Patric ins Zimmer.
Weiter geht die Fahrt Richtung Tikal am nächsten Morgen und über die Ortschaft Rio Dulce gelangen wir in die Nähe der – nach Angaben auf den guatemaltekischen Karten – „undefinierten“ Grenze zu Belize (limite no definido). Wir merken aber nichts davon, trotzdem sind wir nervös, da wir gehört haben, dass die Touristenbusse auf den Zufahrtsstrasse nach Tikal gerne überfallen werden.
Wir sind dann froh, als wir ohne Zwischenfälle am frühen Abend das Eingangstor zu Tikal erreichen, das von Soldaten und Parkwächtern gesichert wird. Die Leute vertreiben sich die Zeit, indem sie über die Eingangsbarriere Volleyball spielen und sie fordern uns auch sogleich zum Mitspielen auf. Gespielt wird um eine Dreiliterflasche Limonade („Jumbo“). Obwohl die ganze Sache eigentlich relativ unanstrengend ist, kommen Patric und Fabian in der Schwüle des Abends mächtig ins Schwitzen und so sind wir dann einmal mehr froh um die Aussendusche an unserem VW-Bus. Johanna hat in der Zwischenzeit das Camping-Equipment aufgebaut und so können wir noch gemütlich Picknicken und Jassen und verbringen dann eine ruhige Nacht in der entspannten Obhut der Soldaten.

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