Archiv der Kategorie: Ecuador

Fahrt zur kolumbianischen Grenze

Von Otavalo aus kommen wir vorerst gut voran, doch nach einiger Zeit bemerken wir immer mehr Radrennfahrer mit Startnummern. Da es immer wieder bergauf geht und die verschiedenen Begleittrosse schwer zu überholen sind, fahren wir alsbald in einem sehr langsamen Pulk mit. Auch den Rennfahrern scheint es teilweise zu stinken, in all diesen Abgasen den Berg hinauf fahren zu müssen und so halten sich diese immer wieder an den grösseren Fahrzeugen fest (inwieweit dies das Rennreglement hier zulässt ist uns jedoch unbekannt). Aber wir sind froh, nicht in der Gegenrichtung fahren zu müssen, da diese Strecke vollkommen gesperrt scheint und sich an jeder möglichen Einfahrt sehr lange Fahrzeugkolonnen gebildet haben.
Kurz vor der Grenze haben wir dann auch die Zweier-Spitzengruppe überholt, gehen nochmals tanken (inkl. aller Ersatztanks, da das Benzin in Kolumbien viel teurer wird) und werden an der Grenzstation direkt nach Kolumbien weitergewunken.
Dies ist natürlich nicht in unserem Sinne, brauchen wir doch sowohl einen (Wieder-)Ausreisestempel im Pass als auch die Bestätigung, dass unser Fahrzeug das Land korrekt verlassen hat. Da uns die Lage für unser Fahrzeug nicht sonderlich sicher erscheint, macht sich Fabian alleine zu Fuss zurück über die Grenzbrücke nach Ecuador. Nach dreistündigem Anstehen und Erledigen des Papierkrams, kommt er wieder aus den Büroräumlichkeiten und trifft auf eine völlig aufgelöste Johanna, die sich schon die schlimmsten Szenarien für Fabians Schicksal ausgemalt hatte.
Auf kolumbianischer Seite geht dann alles ganz fix und los geht’s mit unserer Fahrt durch Kolumbien.

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Otavalo

In Quito erreichen wir ohne Umwege die Schweizer Botschaft, müssen jedoch erfahren, dass der Kurierdienst heute Verspätung hat und wir somit ein wenig in der blauen Zone vor der Botschaft verharren müssen. Als der Kurier dann endlich eintrifft, holen wir unsere Ausweise und fahren weiter nach Otavalo.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir bereits Otavalo, wo wir uns nochmals per Email bezüglich Verschiffungstermin erkundigen, bevor wir uns zu einer Übernachtung entschliessen. So können wir doch noch den morgigen Samstagsmarkt Otavalos besuchen. Ein kleinerer Markt, beschränkt auf den Plaza de Ponchos, findet jedoch schon heute statt, sodass wir auch schon heute einen Besuch wagen und gleich noch unsere Schmutzwäsche mitnehmen, um diese in einer Lavandería reinigen zu lassen. Auf unserem Stadtbummel bemerken wir, dass die Leute hier für ecuadorianische Verhältnisse stark traditionell geprägt sind, so haben etwa viele Männer einen geflochtenen Haarzopf.
Da wir am Samstag noch weiter nach Kolumbien kommen wollen, machen wir uns früh auf den Markt, für den viele Strassen des Stadtinneren gesperrt wurden. Wir laufen – mit Umwegen – von der Plaza de Ponchos bis zur Plaza Bolivar mit seiner Ziegelkirche, die von aussen an Norddeutschland erinnert, deren Neonröhren-beschienenen Seitenaltäre aber einen ganz klaren lateinamerikanischen Touch erkennen lassen. Nach einem Café mit Aussicht auf den zentralen Marktplatz ist es dann leider auch schon Zeit, die Weiterreise anzutreten.

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Ausflug in den Cuyabeno Nationalpark

Wir übernachten nochmals in Quito in unserem angestammten Hotel und telefonieren am nächsten Morgen mit der Autogarage. Da das Auto erst übermorgen fertig ist, haben wir noch ein paar Tage in Quito und können so voraussichtlich auch gleich am Freitag unsere Pässe auf der Schweizer Botschaft abholen.
Am Freitag erfahren wir dann aber, dass nur die Pässe und nicht die gleichzeitig bestellten IDs angekommen sind und diese auch nicht nachsendbar sind, um irgendwo sonst auf einer Schweizer Botschaft abgeholt zu werden. Da der Botschaftskurierdienst nur ein Mal wöchentlich kommt, müssen wir also bis nächste Woche warten (solche Informationen hätte man uns ja auch schon vorher geben können, aber was soll’s). Wir entschliessen uns deshalb, auch noch den Cuyabeno Nationalpark ganz im Nordosten des Landes zu besuchen, da man dort – mit ein wenig Glück – die seltenen Flussdelfine beobachten könne.
Wir holen also unser Auto ab und fahren Richtung Osten in den Dschungel. Da die Strecke etwas länger ist, gelangen wir heute nur noch bis nach Baeza, wo wir übernachten. Am nächsten Tag erreichen wir dann Lago Agrio, finden ein Hotel mit Parkplatz, wo wir unser Auto auch bei einem mehrtägigen Nationalparkbesuch stehen lassen dürfen und organisieren eine Tour zu einer der vier Dschungellodges an der Laguna Grande im Nationalpark.
Früh am nächsten Morgen geht es dann los, zuerst mit dem Taxi und dann per Motorlangboot stundenlang entlang eines, immer wieder beinahe vollständig von Vegetation, überwucherten Fluss, der sich plötzlich zu einer Art von See verbreitert (Laguna Grande), an dessen Ufer, vom See her völlig unsichtbar, unsere Lodge liegt.
In der Lodge hat es momentan nur einen Betreuer, der für uns beide den Koch und den Guide gibt. Dies, da wir beide – zumindest für heute – die einzigen Gäste sind. Nach einem kleinen Mittagessen beobachten wir als erstes den quasi-zahmen Kaiman, dessen Revier sich rund um die Küche befindet (er isst sogar die Reisresten, aber er ist ziemlich scheu und begibt sich nicht so ohne weiteres an Land) und zu Johannas Schrecken sind selbst grössere Spinnen allgegenwärtig. Dann begeben wir uns auch sogleich auf die erste Rudertour über die Laguna Grande, da unser Motorlangboottaxi wieder abgereist ist. Wir lassen uns auch etwas treiben und können immer wieder kurz auftauchende und Luft holende Flussdelfine sehen. Da diese aber völlig zufällig mal hier und mal dort auftauchen, gelingt uns trotz aller Geduld keine fotografische Aufnahme derselben.
Am nächsten Morgen rudern wir zu einem Wanderweg, der immer wieder stark überflutet ist und bei dem Fabian mal so tief in das Schlammwasser reinsteht, dass er fortan mit nassen Stiefeln durch den Dschungel weiter wandern darf; viele Tiere sehen wir leider nicht, es gibt aber mal wieder Zitronenameisen als Zwischenverpflegung.
Mittagessen gibt es wieder in der Lodge. Als wir unsere Verdauungssiesta halten, kommen neue Gäste: zwei Argentinier aus Mal del Plata und fünf junge Israelis, frisch aus dem Militärdienst. Den Nachmittag verbringen wir mit den Argentiniern Rodrigo und Juan auf einem Angelausflug um Piranhas zu fangen, welche wir dann zum Abendessen verspeisen wollen. Obwohl wir immer mal wieder Piranhas an der Angel haben, haben diese den Köder (=rohes Fleisch) oft schnell abgefressen und es gelingt uns meist nur, diese etwa einen Meter aus dem Wasser zu ziehen, aber fast nie ins Boot. Auf unserem Rückweg baden wir dann in der Mitte der Laguna Grande, an deren Rändern wir zuvor Piranhas gefischt hatten (!) und in der es auch Anacondas geben soll. Nach dem Abendessen gehen wir dann auf einen Nachtspaziergang, auf dem zwei von uns vier Personen die Batterien der Taschenlampe zur Neige gehen.
Im Verlauf unseres Aufenthalt machen wir weitere Dschungelspaziergänge und Angelversuche, ausserdem verstärken noch zwei Ecuadorianer unsere (mehr oder weniger :-)) spanischsprachige Gruppe. Jedoch auch zu sechst ist unser Fischerglück bescheiden und wir sind froh, dass die fünf Israelis des Abends wenigstens zwei grössere Piranhas mitbringen, sodass jeder auch mal probieren kann. Im Gegenzug haben wir bei einem Besuch auf einer der anderen drei Lodges zwei Harasse Bier mitgebracht.
Schliesslich müssen wir dann als Erste unsere Rückfahrt dem Fluss entlang in die Zivilisation zurück antreten und dann auch wieder von Lago Agrio nach Quito zurück fahren, wo hoffentlich unsere IDs angekommen sind.

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Galápagosinseln II

Die nächsten Tage tingeln wir dann mit unserer „Flamingo-Jacht“ von Insel zu Insel und von Strand zu Strand. Wir verbringen unsere Zeit mit Wanderungen durch herrliche vulkanische Einöden oder vorbei an vielen verschiedenen Tieren (welche kaum bis keine Scheu vor dem Menschen zeigen) und mit mehrmaligen Schnorchelausflügen pro Tag (bei denen man, nebst netten Seelöwen, Meeresschildkröten, Seesternen, Seegurken, verschiedenen Rochen, allerlei verschiedenen bunten Fischen und was weiss ich noch so alles, auch so tolle Tiere wie Haie zu Gesicht bekommt und als Fabian zusammen mit der Deutschen, die ebenfalls eher Respekt vor den Getieren der See hat, einmal gemütlich einer Meeresschildkröte hinterhertaucht, taucht ein etwa 2.5m langer Hai auf und wir flüchten schleunigst an Land, wobei das Land hier aus Felsen mit tausenden von Krabben besteht). Kurz: Wir sehen allerlei Getier zu Wasser und zu Land und kommen der Fauna auch erstaunlich Nahe.
Am letzten Abend befinden wir uns in Puerto Ayora und genehmigen uns bei einem Landgang in der Zivilisation noch einen Drink. Am nächsten Morgen besuchen wir die (eher deprimierende) „Darwin“ Aufzucht- und Forschungsstation, wo der „Lonely George“ als letzter seiner Art vor kurzem verstorben ist, aber viele andere riesige Landschildkröten aufgezüchtet werden.
Danach geht es per Bus quer über die Insel Santa Cruz und mit der Fähre nach Baltra, wo wir schon bald wieder unseren Rückflug nach Quito antreten. Als wir durch die Sicherheitskontrolle müssen, bemerkt Johanna, dass sie noch ihre Nagelschere in der Hosentasche hat (warum auch immer), aber die Security merkt nichts davon und so begeben wir uns ohne Verluste an Bord und landen des Abends wieder in Quito.

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Galápagosinseln I

Frühmorgens begeben wir uns auf den Innenstadtflughafen in Quito (der neue sollte Ende Jahr eröffnet werden und sich etwas ober- und ausserhalb der Stadt befinden). Unser Gepäck wird auf verbotene Nahrungsmittel überprüft und anschliessend eingecheckt. Der Abflug ist Richtung Norden, obwohl es noch eine Zwischenlandung im südlich gelegenen Guyaquil geben wird – und so macht das Flugzeug eine tolle Schleife über Quito und wir bekommen sozusagen einen Panoramaflug geboten. Auch die Aussicht bei der Zwischenlandung in Guyaquil ist schön, jedoch bei weitem weniger spektakulär als der Blick über Quito. Bei der Zwischenlandung kommt es dann noch zu einer kleinen Verzögerung da unser Flugzeug einen Reifen wechseln muss, aber alsbald geht es weiter und nicht viel später befinden wir uns schon im Landeanflug auf die Isla Baltra, einem ehemaligen US-Militärstützpunkt.
Nach einer kurzen Busfahrt, sind wir auch schon am Hafen und werden (zusammen mit einem Schweizer und einer Israelitin) von einem kleinen Motorboot zur Motorjacht gefahren, wo wir unsere Kabinen beziehen und wo die anderen Gäste (ein polnisch-peruanisches Ehepaar, eine Deutsche, eine Australierin und ein Israeli) bereits auf uns warten. Los geht die Fahrt zum Playa de Bachas auf der Isla Santa Cruz. Nachdem wir dort angekommen sind, gibt es Mittagessen und dann werden wir vom Beiboot an Land gebracht und machen mit unserem Guide (ohne Guide darf in Galápagos niemand an Land) einen ersten Spaziergang mit Erklärungen zu Flora und Fauna. Am Strand zurück gibt es einen ersten Schnorchelausflug, bei dem wir ein erstes Mal auf Seelöwen treffen und Fabian auch noch einem Stachelrochen begegnet. Beim Abendessen begibt sich Johanna direkt in die Kabine, um ihre zwei heruntergeschlungenen Bissen schleunigst wieder von sich zu geben, der Seegang setzt ihr stark zu (was sich erst bessert, als sie am dritten Tag Medikamente gegen die Seekrankheit nimmt).

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Mitad del Mundo

Nach Mitad del Mundo gelangen wir mit dem Ortsbus. Obwohl nur die ursprünglich gemessene Äquatorlinie hier durch geht (eigentlich ginge diese ca. 200m weiter nördlich durch), ist hier ein hochtouristischer Komplex entstanden, in dessen Zentrum eine „Weltkugelstatue“ mit der auf dem Boden eingezeichneten Äquatorlinie steht. Wir besuchen dann noch ein paar der Museen, die als Beigemüse fungieren. Eines zeigt Satellitenbilder des SPOT HRV (bestens bekannt aus dem Geographiestudium) und die stolzen Errungenschaften der französische Weltraumtechnologie; ein anderes eine Insektenausstellung. Wir besuchen auch noch das kleine Planetarium des Ortes, das eine wirklich gelungene Show zeigt, in deren ca. 40 minütigem Verlauf Johanna zwei Mal einschläft.
Nach Verlassen dieses Gesamtkomplexes begeben wir uns zum eigentlichen Äquator, der durch das skurrile Museo Solar Inti Ñan führt. Im Museum wird uns, nebst der obligaten Ethnologie-Schau zu den unterschiedlichen Volkgruppen Ecuadors, mit verschiedenen „Spielchen“ die wunderbare Wirkung von Corioliskraft (zwei Meter südlich des Äquators dreht sich der Wasserstrudel in einem verschiebbaren Becken im Gegenuhrzeigersinn und zwei Meter nördlich im Uhrzeigersinn), Zentrifugalkraft (bzw. eigentlich Zentripetalkraft, welche damit gezeigt werden soll, dass die ausgestreckten Arme des Gegenübers genau über dem Äquator viel schwerer hinunter zu ziehen sind als ein paar Meter neben dem Äquator) und die „Aufhebung“ entgegengesetzter Kräfte (keine Ahnung, welche hierbei gemeint sein sollen) am Äquator durch das Aufstellen eines Eis auf einem Nagel demonstriert. Ganz raus haben wir den „Trick“ mit der Wasserschüssel nicht bekommen, das mit dem Arm hinunterziehen ist jedoch ein Psychotrick mit der Erwartungshaltung der „Testpersonen“; sicher ist jedoch, dass alle diese Kräfte auf einer solch kleinen Distanz sich lediglich im infinitesimalen Bereich verändern und so makroskopisch eigentlich keine Effekte zu bemerken sein sollten. War trotzdem ein witzig-skurriler Museumsbesuch.

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Quito

Nach Quito gelangen wir in gemütlicher Fahrt im zweiten Gang. Auch wissen wir, wo wir hin wollen, da wir uns die Wegbeschreibung zum Mechaniker herausgesucht hatten. Leider müssen wir einmal so steil hinauf abbiegen, dass dies nicht im zweiten Gang gelingen will. Wir müssen also beidrehen (nicht ganz einfach, wenn man so auf der Strasse stehen geblieben ist und nicht einfach mit Schwung einen Rückwärtsbogen auf der Kupplung einlegen kann). Nach überstandenem Drehmanöver kommen wir aber vom Regen in die Traufe, sprich: in eine Sackgasse. Mit vereinten Kräften gelingt uns aber auch hier ein Wendemanöver (und dies entgegen dem zweiten Gang, da beim gemeinsamen Anschieben niemand auf der Kupplung stehen kann). Schliesslich finden wir den Mechaniker (der Chef ist ein ehemaliger deutscher Rennfahrer namens Lothar Ranft), lassen den Wagen in seiner Obhut und fahren per Taxi ins historische Zentrum Quitos, um uns dort ein Hotel zu suchen. Wir finden ein hübsches in toller Lage am Hang des Hügels hinauf zum Parque Itchimbia und mit schönem Ausblick von der Dachterrasse auf die Basilica del Voto Nacional.
Da jetzt Wochenende ist und unser Termin mit der Schweizer Botschaft (wir brauchen wieder biometrische Pässe, um ohne Visum in die USA einreisen zu können; die in Buenos Aires nach dem Überfall ausgestellten Temporärpässe reichen da leider nicht) erst am Montag ist, schauen wir uns also als erstes die Stadt an. Zuerst erklimmen wir den Hügel hinauf zum Parque Itchimbia in dessen Centro Cultural gerade Holzskulpturen ausgestellt werden und man dem Künstler bei der Arbeit zuschauen kann.
Danach gehen wir hinunter in die Altstadt mit ihren vielen Kirchen. Besonders die beeindruckende Basilica del Voto Nacional hat es uns angetan: wir verbringen mehrere Stunden mit dem Beklettern der verschiedenen Türme, die schönerweise beinahe alle zugänglich sind und von denen man einen wunderbaren Ausblick auf Quito geniessen kann. Auch die weiteren Kirchen wie La Merced, die San Francisco und La Compañia de Jesús haben wunderschön verzierte Inneneinrichtungen und da heute Samstag ist, finden auch in vielen heute Hochzeiten statt (ohne dass der Zutritt deshalb eingeschränkt wäre). Kreuz und quer laufen wir durch die Altstadt, trauen uns jedoch nicht auf den nahe gelegenen El Panecillo Hügel mit der Virgen del Quito hinauf, da auf dem Weg hinauf Überfälle wohl an der Tagesordnung sind.
Am Montag haben wir schliesslich unseren Termin auf der Schweizer Botschaft, wo unsere Daten aufgenommen und anschliessend in die Schweiz geschickt werden. Die Ausweise sollten wir in anderthalb Wochen erhalten. Den Nachmittag verbringen wir im Touristenviertel Mariscal Sucre, das, statt mit vielen Sehenswürdigkeiten, mit vielen Ausgehmöglichkeiten gesegnet ist, die wir aber nicht wahrnehmen.
In den folgenden Tagen besuchen wir verschiedene Museen, so auch das Museo Amazónico über die Ethnien der Amazonasregion und das riesige Museo del Banco Central im Casa de la Cultura Ecuatoriana; wir lassen uns vom telefériQo auf halben Weg zum Volcán Pichincha, den Hausvulkan Quitos, bringen, machen einen Tagesausflug zur „Mitte der Welt“ (Mitad del Mundo) und organisieren eine Tour auf die Galapagosinseln.

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Rundfahrt zum Quilota-Kratersee

Von Baños aus fahren wir wieder ins zentrale Tal Ecuadors hinauf und biegen, nachdem wir ein kurzes Stück auf der Panamericana gefahren sind, kurz nach Latacunga Richtung Westen ab. Auf mehr oder weniger guten Strassen erreichen wir Pujilí. Wir verweilen aber nicht, sondern fahren weiter in die Hügellandschaft hinein. Als wir bei einem kleinen Restaurant halten, um den Ausblick zurück ins Tal zu geniessen, treffen wir auf den freundlichen Mitinhaber, welcher uns erklärt, dass es sich hier um ein Projekt zur Computerausbildung der Kinder auf dem Lande handle und sie hier auch häufig mit Freiwilligen zusammenarbeiten, die hier einen Arbeitsaufenthalt machen. Momentan ist jedoch nichts los und auch das Restaurant eigentlich nicht geöffnet, weshalb wir nach kurzem Schwatz weiterfahren.
Als nächstes erreichen wir Tigua und wenig später Zumbahua, von wo aus es dann nicht mehr weit bis zum Dörfchen am Kraterrand des Quilotoa ist. Dort angekommen, suchen wir uns ein Hotel, da wir auf dieser Höhe wegen der Kälte nicht im Auto übernachten wollen (unsere Daunendecke wurde ja in Chiclayo entwendet). Dann geht es zum Kraterrand. Dort können wir einen der schönsten Kraterseen betrachten, den wir je gesehen haben. Wir begeben uns aber nicht mehr auf die Wanderung hinunter, da es schon eher spät ist und es schnell kälter und dunkel wird.
Beim Abendessen im Hotel lernen wir noch ein schwedisch-israelisches Pärchen kennen, mit denen wir den Abend verbringen. Später stellen wir fest, dass sie genau das Zimmer unter uns haben und wir uns beinahe ungehindert durch den nicht-lückenlosen Holzboden unterhalten können. Der einzige Ofen steht in ihrem Zimmer und die Wärme, die dieser abstrahlt, wärmt auch unser Zimmer – dies ist also der Grund, weshalb wir in einem ansonsten leeren Hotel genau die Zimmer übereinander erhalten haben.
Nach dem sehr frühen Frühstück (da das Frühstück im Hotel nur von 7:00-7:30 Uhr serviert wird), begeben wir uns auf die Wanderung in den Krater und hinunter zum See. Erst knapp zwei Stunden später werden wir wieder am Kraterrand oben ankommen, von wo aus man die beste Aussicht geniesst – die Wanderung hinunter lohnt nicht wirklich.
Dann steigen wir wieder ins Auto und fahren nach Chugchilán weiter, das ein schöner Ausgangspunkt für weitere Wanderungen wäre, da wir aber der Meinung sind, schon genug herumgewandert zu sein, fahren wir weiter in Richtung zentrales Tal zurück. Zuerst kommen wir nach Sigchos und später nach Saquisilí, wo wir den donnerstäglichen Markt besuchen, anscheinend einer der wichtigsten indigenen Märkte des Landes.
Anschliessend fahren wir weiter in Richtung Panamericana, doch als wir diese erreichen, können wir den Gang nicht mehr schalten. Die Kugel unter dem Schalthebel ist gebrochen, aber ein Mechaniker glücklicherweise nicht weit. Dieser meint jedoch nach kurzer Analyse der Situation, dass er uns nicht weiterhelfen könne und wir besser nach Quito weiterfahren sollen. Da wir aber nicht im Dunkeln fahren wollen, nehmen wir das nächstbeste Hotel. Glücklicherweise verfügt dieses über Internet, sodass wir noch einen geeigneten Mechaniker für den nächsten Tag suchen können.
So brechen wir denn am nächsten Morgen auf, um die letzten ca. 90km nach Quito im zweiten Gang hinter uns zu bringen.

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Dschungelausflug Indi Churis

Von Baños aus fahren wir zuerst weit hinunter ins Amazonastiefland. Zuerst kommen wir nach Puyo, wo gerade der wöchentliche Indigena-Markt stattfindet und es eine Menge verschiedener Früchte, andere Esswaren und Produkte zu bestaunen und probieren gibt. Anschliessend geht es in den Dschungel weiter, zuerst auf eine Art Fischfarm mit riesigen, sehr schnell zuschnappenden Fischen (Paiche), dann in das Quichuadorf namens Indi Churis (Kinder der Sonne). Dort bekommen wir eine „Pfahlbauerhütte“ zugewiesen, in der wir die folgenden Nächte verbringen werden.
Nachdem wir uns einquartiert und verpflegt haben, geht es auf einen ersten Dschungelspaziergang und wir dürfen feststellen, dass unser Führer – obwohl noch sehr jung – ein grosses Wissen über die Pflanzen des Dschungels und speziell über deren medizinische Verwendbarkeit hat: so etwa Sangre del Drago, welches blutrot aus dem eingeritzten Baum (Arbol del Sangre) fliesst und beim Eincremen weiss wird, gegen Narben und Muttermale und bei oralem Konsum während einer Woche als Antibabypille taugt (aber Achtung: bei zweiwöchentlichem Konsum ist es für immer vorbei mit dem Kinderkriegen), Camacho zum Stillen von Blutungen und zur Verzögerung der Ausbreitung des Giftes nach einem Schlangenbiss, Leche de Yage als Schmerzmittel und auch solche Dinge wie Blätter, die, im Wasser geknetet, aufschäumen und als Shampoo verwendet werden können.
Ausserdem bringt er uns zum rituellen Zentrum des Dorfes, wo wir feststellen können, wie der althergebrachte Animismus weiterhin einen grossen Stellenwert im Leben dieser Quichua ausmacht, obwohl sich alle als katholisch bezeichnen würden. Wir machen auch eine erste Ruderpartie auf einem wackeligen Kahn, hin zum nächstgelegenen Indigenadorf, wo es auch eine kleine Dorfschule gibt.
Des Nachts gehen wir dann entlang verschiedener kleiner Wasserläufe und Lagunen durch den Dschungel, entdecken aber auch mithilfe der Taschenlampen leider keine Kaimane mehr, obwohl deren Augen im Dunkeln so schön reflektieren würden.
Am nächsten Morgen entscheiden wir uns dann, am Abend an einem Reinigungsritual des Schamanen teilzunehmen. Somit dürfen wir nur noch etwas kleines Frühstücken und müssen dann den Rest des Tages fasten, damit der Magen leer ist für das Ritual.
Nach dem Frühstück gesellt sich eine junge Französin zu uns, die für ein paar Wochen mit den Quichua leben will. Sie will uns beide heute begleiten, da uns unser Guide zu zwei schönen Wasserfällen im Dschungel bringen möchte. Zu viert brechen wir also auf und kommen durch immer unwegsamere Dschungelabschnitte. Wir sind froh, beinahe kniehohe Stiefel zu tragen, da es immer wieder durch tiefen Schlamm geht. Unterwegs werden uns viele verschiedene Pflanzen und deren Verwendung als Medizin, Baumaterial, Färbemittel und vieles mehr erklärt. Bevor wir dann in die Nähe des ersten Wasserfalles kommen, gelangen wir in ein weiteres Dschungeldorf, wo uns eine traditionelle Gesichtsbemalung (mithilfe der Achiote-Pflanze, deren rote Farbe für ca. einen Tag hält) verpasst wird. Auch Richard, unser Guide, bemalt sich entsprechend; es gilt schliesslich, den Gott der aus dem Wasserfall flüstert in Ehren zu halten, denn bei anderen Wasserfällen, welche zu häufig von Touristen besucht wurden, wurde dieser Gott bzw. dessen Geflüster vertrieben.
Auf dem weiteren Weg hin zum ersten Wasserfall werden wir weiter bestens über die örtliche Flora und Fauna informiert und bekommen sogar noch etwas (ganz) kleines zu essen: „Zitronenameisen“, welche sich am Übergang zwischen Stiel und Blatt einer bestimmten Pflanze ansiedeln und wirklich nach Zitrone schmecken. Man kommt sich ein bisschen vor wie Baloo der Bär im Dschungelbuchzeichentrickfilm, wenn er von den „bare necessities“ (Probier’s mal mit Gemütlichkeit) singt. Natürlich essen wir nicht grössere Mengen dieser leckeren sauren Dinger, da wir ja des Abends einen leeren Magen benötigen. Eine der erheiterndsten Pflanzen die uns begegnet ist ein Baum namens „Penis des Teufels“, von dem gesagt wird, dass er des Nacht herumläuft und… – jedenfalls wird sein Holz auch zum Bau der Hütten verwendet.
Kurz bevor wir den okkulten Wasserfall erreichen, müssen wir die Kleider ausziehen und Sack und Pack in der Höhe tragen, da der Bach immer tiefer und das umgebende Tal immer steiler und enger wird. Zu guter Letzt müssen wir sogar schwimmen, damit wir den Wasserfall erreichen. Dort angekommen können wir zwar baden, das Gottesgeflüster vernehmen wir jedoch nicht.
Zurück geht es dann etwas direkter dem Flusslauf entlang und als wir einen breiteren Fluss erreichen, werden wir von einem Boot abgeholt und können uns auf dem restlichen Rückweg gemütlich entspannen.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir dann wieder die Dorfgemeinschaft von Indi Churis. Wir baden nochmals kurz im Fluss, da in dieser schwülen Hitze auch ein gemütlicher Rückweg ausreichend war um wieder verschwitzt zu sein.
Immer noch gibt es kein Essen und wir gedulden uns weiter, bis am späteren Abend das Reinigungsritual beginnt; auch die Tifan, die junge Französin, hat sich im Verlauf des Tages zur Teilnahme entschlossen. Als wir in der Hütte des Schamanen ankommen, wird uns zuerst das Ritual erklärt (wobei er damit angibt, Rafael Correa, den jetzigen Präsidenten Ecuadors, vor seiner Präsidentschaft gereinigt zu haben und er ihm prophezeit habe, Präsident zu werden – ob’s wohl stimmt?).
Jedenfalls müssen wir unsere Leibchen ausziehen, das Feuer wird entzündet und es werden uns die Ver- bzw. Gebote der nächsten (min. 3) Tage eröffnet: niemandem die Hand schütteln (da man selbst rein ist von schlechter Energie, nimmt man womöglich die schlechte Energie desjenigen auf, der – potentiell ungereinigt – einem die Hand schüttelt), kein Chilli essen, keinen Geschlechtsverkehr haben und keine Seife/Shampoo usw. benutzen um sich zu waschen oder zu duschen.
Dann geht es los mit der Reinigung (Achtung, jetzt wird es leiht skurril): Zuerst wird man mit einer Art Palmwedel abgewischt, dann eine Runde angeraucht. Es folgt mehrmaliges bespuckt werden mit einer Art kölnisch Wasser (es riecht zumindest ähnlich und besteht v.a. aus Alkohol, in dem eine Pflanze namens Rruda eingelegt wurde), anschliessendem Einreiben der Hände mit demselben „kölnisch Wasser“ und dreimaliges tiefes Inhalieren (mit starkem Hustenreiz aufgrund des starken Alkohols) worauf einem später die schlechte Energie quasi aus den Fingern gesogen wird (an denen der Schamane mehr oder weniger saugt). Weiter geht es mit mit einer Art Segnung mithilfe eines grossen Kristalls. Dann dürfen wir ein fürchterliches Getränk zu uns nehmen, das etwa so schmeckt, als ob man Erde in Wasser gelöst hätte. Dann wird wieder ein bisschen geredet, wobei wohl unsere Reaktion auf das Getränk getestet wird. Etwa eine halbe Stunde später dürfen wir nochmals ein Getränk trinken, das, im Gegensatz zum fürchterlich Schmeckenden vorhergehenden, derart übel schmeckt, dass es jeglicher Beschreibung spottet. Hopp – und runter damit. Anschliessend wird uns erklärt, dass nun der Geist der Getränke (also der Geist der Ayahuasca-Liane, die die Grundlage derselbe ist) mit einem Motorengeräusch „rrrrr“ in uns eindringe und uns Visionen/Einsichten (wohl eher: Halluzinationen) verschaffen würde. Da man nach Abschluss der Wirkung heftig Erbrechen müsse, werden wir in eine spezielle Unterkunft gebracht, wo wir den Pflanzengeist auf uns einwirken lassen sollen. Nach etwa einer Stunde spricht die junge Französin von Veränderungen in ihrer Wahrnehmung und anschliessend von Farben und Gesichtern die sie sähe. Auf unsere Nachfragen nach Präzisierungen kann sie uns aber keine genauere Beschreibung abgeben und wir warten weiter auf eventuell auftretende Visionen unsererseits. Etwas später übergibt sich Tifan heftigst und wir warten weiter auf irgendwelche Wirkungen. Weiter nichts. Tifan geht nochmals erbrechen und wir fragen uns wirklich, ob wohl noch eine Wirkung eintreffen wird oder ob wir einfach nicht empfänglich sind für Metaphysisches. Als Tifan dann zum dritten Mal erbricht, bittet sie um Wasser, da sie ja eigentlich nichts im Magen hat, was weiter erbrochen werden könnte. Als wir losgehen wollen, um Wasser zu holen, packt uns aber auch plötzlich das „Schlechtsein“ und auch wir müssen uns übergeben. Dabei bleibt es jedoch. Weder müssen wir mehrmals erbrechen, noch spüren wir irgendwelche Bewusstseinsveränderungen oder sonstige Wirkungsweisen. Nachdem das Ritual zu Ende ist, gehen wir deshalb leicht enttäuscht ins Bett.
Am nächsten Morgen frühstücken wir dann mit grösstem Hunger und werden anschliessend „tätowiert“, soll heissen mit einer lang anhaltenden (2-3
Wochen) Farbe (aus der Huito-Pflanze) bemalt; diesmal aber auf dem Unterarm und nicht wieder im Gesicht wie am Vortag. So sind wir denn bereit für einen weiteren Streifzug quer durch den Dschungel und hinauf zu einem Aussichtspunkt. Anschliessend besuchen wir ein weiteres Indigenadorf, wo sich der Schamane, der gerade von Pflanzensammeln zurückkehrt, extra für uns in „Schale“ wirft.
Danach kehren wir ein letztes Mal nach Indi Churis zurück, holen unser Gepäck und werden abgeholt und hundemüde nach Baños zurückgefahren.

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Baños

Unser nächster Abstecher von der Panamericana ist Baños, das bereits auf halbem Weg von den Anden ins amazonische Tiefland liegt und dank den umgebenden aktiven Vulkanen über heisse Quellen und eine dadurch begünstigte Thermalbadinfrastruktur verfügt.
Nachdem wir ein Hotel gefunden haben macht sich Fabian bereits daran, ein erstes Thermalbad zu besuchen, das auch des Nachts geöffnet hat. Johanna verzichtet lieber und bevorzugt einen gemütlichen Leseabend im Hotel. Nach vielen heiss und kalt Abwechslungen kehrt Fabian dann auch etwas ermattet ins Hotel zurück.
Am nächsten Morgen lassen wir es erst gemütlich angehen, machen uns aber dann doch noch auf einen kleinen Spaziergang zum Serpentarium und zum Zoo.
Im Serpentarium treffen wir dann u.a. auf eine frei“kriechende“ Boa, der wir uns nur mit Vorsicht nähern, die einer Dame aber nichts auszumachen scheint, die sich mutig über die Würgeschlange auf dem Balkon lehnt, um dem abfahrenden Bus noch etwas zuzurufen – jedoch hat sie die Schlange nicht bemerkt und springt nach einem beherzten Aufschrei schleunigst nach hinten. Wohl vom Schrei alarmiert kommt dann in aller Seelenruhe ein Wärter, packt die Schlange und schliesst sie in eines der Terrarien ein. Nebst den Schlangen (und auch ein paar Spinnen) besteht das Serpentarium, aufgrund seines Namens: unerwarteterweise – auch noch über Volieren. Obwohl uns Vögel im Normalfall langweilen, ist dies hier nicht der Fall, hat es hier doch ein paar ganz spezielle Exemplare.
Anschliessend gehen wir in den Zoo, an dem uns v.a. dessen Lage, am Hang und umgeben von Urwald, begeistert. Auch hier hat es bisweilen mal ein freilaufendes Tier, so auch ein Äffchen und ein Tapir.
Mit dem Bus gelangen wir in den Ortskern von Baños zurück, essen etwas und gönnen uns anschliessend beide eine entspannende Massage. Auf dem Weg zum Hotel sehen wir ein interessantes Reiseangebot in den Dschungel mit Schamanenzeremonie. Nachdem wir abgeklärt haben, ob wir das Auto auf dem Hotelparkplatz lassen können, buchen wir kurzentschlossen die Tour für den morgigen Tag, die auch dann stattfinden soll, wenn wir die einzigen Teilnehmenden sind (was wir hoffen).
Dann legen wir uns baldigst schlafen, um genügend Reserven für die nächsten Tag im Dschungel zu haben.

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