Archiv der Kategorie: China

Zur nepalesischen Grenze (Zhang)

Von Old Tingri aus geht es über einen letzten Pass und anschliessend mehr als 3000 Höhenmeter nach unten, also vom Schnee in den subtropische Regenwald.
Wir sind sogleich überwältigt von all dem Grün, dass uns alsbald umgibt, waren wir doch in den letzten Wochen im ariden Hochgebirgsklima Tibets. Das viele Wasser macht sich aber nicht nur durch vermehrte Vegetation bemerkbar; es hat immer wieder Erd- und Steinrutsche über die Strasse, welche zwei Tage zuvor noch gesperrt gewesen war.
Schon eine lange Strecke vor dem letzten Grenzort auf chinesischer Seite, ist die eine Fahrspur nicht mehr zu benutzen, da nepalesische Lkws Schlange stehen, welche hier den Warentransport über die Grenze übernehmen. An manchen Stellen kommen wir sogar nur ganz knapp vorbei. War zuvor die Fahrtgeschwindigkeit aufgrund unser vielen Aussichts- und Fotostops sehr tief gewesen, ist sie es nun wegen der beengten Strassenverhältnisse.
In Zhang, dem letzten Ort vor der Grenze angekommen, müssen wir das einzige Hotel mit Parkplätzen nehmen. Leider herrscht aber Stromausfall, wir hoffen aber, wenigstens des Abends wieder Licht im Zimmer zu bekommen und machen uns daran, diesen speziellen Ort – mitten in einem Steilhang des Regenwaldes hineingebaut – genauer zu erkundigen.
Abends kommt dann auch Christine mit ihrem Landrover an, die in den letzten beiden Tagen direkt von Lhasa zur Grenze fahren musste, nachdem die mühselig organisierte Ersatzdieselpumpe eingebaut worden war. Des Abends gehen wir ein letztes Mal mit unserem Guide essen und als wir im Hotel zurück sind, gibt es immer noch keinen Strom und Dusche wie Rasur erfolgt im Kerzenschimmer.
Da es am nächsten Morgen immer noch keinen Strom gibt, verzögert sich unsere Fahrt zur Grenze und als wir endlich mit der Zollabfertigung dran wären, machen die Zollbeamten erst mal Mittag.
Danach kommen wir aber relativ zügig durch und freuen uns auf das nächste Reiseland: Nepal.

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Auf der Abkürzung nach Old Tingri

Um in Richtung Grenze und in Hinblick auf die ausbleibenden Tankmöglichkeiten etwas Wegstrecke sparen zu können, entschliessen wir uns, den direkten Weg nach Old Tingri zu fahren und nicht die gleiche Strecke zurück, also den Umweg über New Tingri zu fahren.
Dies entpuppt sich jedoch schnell als grosses Wagnis, ist die Strecke doch sehr schwer zu befahren und führt über dicke Steine durch fast ausgetrocknete Flussbetten. Anschliessend geht es steil bergauf und unser armes blaues Auto kommt ganz schön ins keuchen – ja muss manchmal sogar angeschoben werden. Als wir es dann nicht mehr weit bis zum Pass haben und die Strecke endlich wieder flacher aussieht, bleiben wir noch im Schlamm stecken. Zu allem Überfluss bleibt auch der zweite VW-Bus beim Versuch uns aus dem Schlamm zu ziehen stecken und wir beginnen zu schaufeln und Kies unter die Räder zu stopfen. Glücklicherweise kommen sehr bald ein paar Landrover mit chinesischen Touristen zu fahren, für die es ein wahres „Happening“ ist, uns aus dem Schlamm ziehen zu dürfen.
In Old Tingri treffen wir dann erst bei hereinbrechender Dunkelheit ein, da unser durchschnittliches Tempo ca. 10 bis 15 km/h betrug. Johanna ist derart geschafft, dass sie sich unverzüglich und ohne Abendessen ins Bett begibt.

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Wanderung zum Mount Everest Base Camp

Am Morgen ist es bitterkalt und alles gefroren. Zum ersten Mal in unserem Leben müssen wir die Scheiben eines Autos von innen kratzen, um das Eis zu entfernen. Dafür ist das Wetter überwältigend schön: keine Wolke ist zu sehen!
Als wir losfahren wollen, um dem Base Camp noch ein kleines Stückchen (bzw. so weit wie erlaubt) näher zu kommen, bemerken wir, das sich die Reifen im Matsch des Vortages eingefroren haben (was natürlich für den blauen „Kraftprotz“ kein Problem darstellt).
Als wir das Auto abstellen müssen, wollen wir eigentlich noch einen Bus nehmen für das nächste Wegstück. Dieser verkehrt aber infolge des Schnees und der eisigen Temperaturen nicht und wir machen uns aber auch so hocherfreut und in grösster Kälte auf den Weg zum Base Camp. Das Tal liegt noch im Schatten und wir können es kaum erwarten, dass die Sonne uns endlich erreicht (die Sonne wird aber noch genug für uns scheinen, denn in der Kälte des Morgens haben wir vergessen, die Sonnencreme einzupacken, was uns auf dieser Höhe und mithilfe der Reflexionen des Schnees trotz „Vorgebräuntheit“ einen leichten Sonnenbrand im Gesicht verschaffen wird).
Schon auf der gesamten Wegstrecke können wir deutlich den Mount Everest sehen und wir können gar nicht genug der Fotos schiessen.
Endlich erreichen wir das Base Camp, das sich v.a. als Militärcamp entpuppt. Weiter dürfen wir nicht gehen, dies würde unzählige und unbezahlbare Spezialbewilligungen erfordern.
Es ist aber ein riesiges Highlight für uns, an einem solchen Tag dem höchsten Gipfel der Welt derart Nahe gekommen zu sein.

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Rongbuk

Von New Tingri fahren wir zum Rongbuk Kloster. Leider verschlechtert sich das Wetter zusehends und die Strasse ebenfalls. Man sieht nicht mal mehr die nächsten Berge, geschweige denn den nicht mehr all zu weit entfernten Mount Everest. Wir fahren aber hoffnungsfroh weiter, wenigstens im Base Camp wollen wir doch einmal gewesen sein.
In Rongbuk angekommen, schneit es ziemlich stark und wir besichtigen erst mal das Kloster, welches das höchstgelegene der Welt sein soll und in dem Mönche und Nonnen gemeinsam Leben (allerdings in unterschiedlichen Bauten, die Zeremonien werden aber gemeinsam durchgeführt).
Den Rest des Tages verbringen wir mit Warten und wir hoffen auf besseres Wetter am kommenden Tag.

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Fahrt nach New Tingri

Von Gyantse aus machen wir uns auf den Weg nach New Tingri, dem Ausgangspunkt für einen Besuch des Everest Base Camps. Unterwegs halten wir nochmals kurz in Gyantse und dann etwas länger in Chawu, in der Nähe von Lhatse, wo wir das Elternhaus unseres Guides besuchen dürfen und nicht umhin kommen, den etwas gewöhnungsbedürftigen salzigen Buttertee mitzutrinken.
Schliesslich in New Tingri angekommen, kaufen wir unsere Zutrittsberechtigungen für das Mount Everest Gebiet und gehen dann voller Vorfreude schlafen.

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Diesmal in umgekehrter Richtung entlang des Yamtso Yumco nach Gyantse

Glücklich, wieder mit repariertem Auto auf Romy und Miro getroffen zu sein, machen wir uns daran, erneut nach Gyantse zu fahren. Diesmal ist das Wetter aber bedeutend schöner und wir kommen nachmittags in Gyantse an.
Abends in Gyantse gehen finden wir dann wieder eine richtige Knelle der Einheimischen, wo wir am späteren Abend beim Bier in die tibetanischen Trinkrituale eingeweiht werden und als Freundschaftszeichen (wie uns der Guide am nächsten Morgen erklärt) bekommen wir einen Zampamehltupfer auf die rechte Schulter.
Am nächsten Morgen wollen wir dann den Schlafmangel der letzten Nächte aufholen und weil wir die Kloster- und Tempelanlagen von Gyantse schon besichtigt habe, schlafen wir aus, während Miro und Romy diese Besichtigen. Anschliessend fahren wir weiter in Richtung New Tingri.

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Abgebrochene Fahrt zum Samye Kloster

Wir verlassen Lhasa und machen uns auf den Weg zum Samye Kloster. Zuerst geht die Fahrt über die einzige Autobahn Tibets in Richtung Flughafen, doch unvermittelt müssen wir rechtwinklig nach links (nota bene auf der Autobahn) auf eine Naturstrasse abbiegen. Wir fahren entlang des Brahmaputra, kommen an Wiederaufforstungsprojekten und Sanddünen mit Yakherden vorbei.
Plötzlich leuchtet die Batteriewarnlampe auf. Wir wundern uns, fahren aber etwas weiter, bis auch die Wassertemperaturwarnlampe blinkt, dann halten wir. Ausgestiegen um nachzuschauen, was los ist, bemerken wir, dass der blaue zum ersten Mal aus den oberen Seitenentlüftungsschlitzen rausdampft. Der Keilriemen ist also gerissen. Glücklicherweise kommt Miro schon mit seinem VW-Bus zurückgefahren, da wir zu lange ausblieben, sodass wir auf seine fachkundige Hilfe zählen können. Als wir versuchen, den Ersatzkeilriemen zu installieren, bemerken wir, dass es unter den unteren Keilriemenscheiben dazu keinen Platz hat. Bei genauerer Inspektion müssen wir feststellen, dass sich der gesamte Motor etwas abgesenkt hat und zusätzlich das Heizrohr für die Heissluftabnahme vom Motor eingerissen ist. Dies alles ist geschehen, weil die drei Schrauben, welche den Motor hinten aufhängen gebrochen sind (Wahrscheinlich waren diese schon lange angebrochen und jetzt hat es ihnen noch den Rest gegeben). Leider können wir diese nicht entfernen und hätten auch keine Ersatzschrauben dabei. Deshalb bocken wir den Motor mit einem Wagenheber auf und binden ihn mit Nylonseilen an unserem Bett fest; zusätzlich befestigen wir noch ein paar Kabelbinder.
Um die Miro und Romy nicht weiter aufzuhalten, beschliessen wir, alleine durch die Nacht nach Lhasa zurückzukehren und am nächsten Morgen eine Autogarage aufzusuchen. Mit 10-15km/h und angespannten Nerven, ob es die Nylonseile nicht durchschmort, fahren wir nach Lhasa zurück. Erste Erleichterung macht sich breit, als wir die Asphaltstrasse erreichen. Den Hotelparkplatz erreichen wir schliesslich um halb zwei Uhr morgens und gehen endlich schlafen.
Am nächsten Morgen telefonieren wir noch von der Hotelreception unserem Guide, dass wir gut in Lhasa angekommen seinen und er organisiert uns einen Helfer für die Übersetzung in der Autogarage. In der Garage geht es dann relativ fix von statten (es müssen ja nur drei Schrauben ersetzt und das Heissluftzuleitungsrohr abgedichtet werden) und wir können uns wieder auf den Weg machen. Über den Übersetzer haben wir nämlich unseren Guide kontaktiert und wir treffen uns unterwegs wieder mit dem anderen VW-Bus, der sich bereits auf der Fahrt vom Samye-Kloster in Richtung Gyantse befindet.

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Lhasa II

Zurück in Lhasa werden wir von Christine eingeladen, die sich für unsere Hilfe bei ihren Fahrzeugreparaturen bedanken (mehr als Helfershelferdienste konnten wir eh nicht beitragen) und sich für die entstandenen Verzögerungen entschuldigen möchte.
Am nächsten Morgen müssen wir dann zur Polizei (oder einer von der Polizei geführten Amtsstelle), um unsere China-Visa verlängern zu lassen. Danach begeben wir uns auf einen weiteren Stadtbummel, auf dem wir auch wieder zu einem der kleinen Hinterhofklöster (diesmal namens Meru) gelangen und ein weiteres Mal in ein Filmset stolpern.
Am Abend wollen wir zusammen mit Bianca und Florian dann endlich mal den – von unserem Guide auf der bisherigen Reise – vielgerühmten Hot Pot essen gehen, finden aber keinen in der Umgebung des Hotels. Erst eine Kellnerin in einem Chinesischen Restaurant schreibt uns dann auf chinesisch den Namen eines Restaurants auf, in dem Hot Pot serviert werden soll. Mittels beständigem Nachfragen nach der Richtung gelangen wir dann zum Potala-Palast, wo die Einheimischen uns dann wiederum in eine andere Richtung verweisen. Als wir dann einen Polizisten in seinem Auto nach der Richtung fahren, versucht dieser zu erklären, nachdem Bianca aber keck fragend auf die Rückbank des Polizeiautos deutet, werden wir alle vier eingeladen und mit Blaulicht und in der entgegengesetzten Richtung durch Einbahnstrassen direkt bis zu besagtem Restaurant gefahren. Während der Fahrt überlegen wir uns noch, was wohl die anderen Mitglieder der Gruppe machen würden, wenn sie uns auf der Rückbank eines Polizeiautos mit Blaulicht davon fahren sehen würden (Leider darf man in China keine Fotos von Soldaten und Polizisten und von bestimmten Einrichtungen machen). Beim Restaurant angekommen, machen die am Eingang bereitstehenden KellnerInnen grosse Augen, wer denn da jetzt kommen möge. Wir werden dann durch ein riesiges Restaurant geführt, in dem an jedem Tisch in der Mitte eigene Gaskochherd eingelassen sind und in dem nur Einheimische (oder zumindest Einheimisch aussehende) sitzen. Die Karte ist dann leider nicht auf Englisch erhältlich, aber ein älterer Tibeter hilft uns glücklicherweise bei der Bestellung. Wir essen dann eine Art des bei uns bekannten Fondue Chinoise mit verschiedenem Gemüse und Fleisch und Fisch. Das „Bouillon“ in der Mitte ist ganz schön scharf, nur ganz in der Mitte hat es noch ein kleines Töpfchen mit weniger scharfem Sud. Am Ende des Abend bekommen wir dann noch die typischen Schals geschenkt, welche man sonst immer in den Klöstern bekommt und viele Angestellte kommen herbei um eine Art von Lhasa-Hymne zu singen (wir sind peinlich berührt, die Situation hat aber auch eine gewisse Komik).
Auf dem Rückweg treffen wir leider nicht gleich ein Polizeiauto an… Nein, wir laufen gerne los, da wir einen Verdauungsspaziergang ganz gut gebrauchen können und da wir so nochmals am Potala-Palast vorbei laufen. Wir kommen dabei am Vorplatz am Fusse des Potala-Palastes vorbei, wo ein schönes Wasserspiel installiert wurde, welches von der dazu laufenden Musik choreographiert wird und durch die Beleuchtung von unten mehr an ein Feuerwerk als an ein Wasserspiel erinnert.
Am nächsten Vormittag begeben wir uns dann in Richtung Norbulinka, dem Sommerpalast des Dalai Lama, in dem auch der jetzige Dalai Lama vor seiner Flucht noch residiert hat. Innerhalb von Norbulinka hat es noch einen fürchterlichen Zoo, in dem Bären, Löwen, Tiger, Wölfe usw. auf kleinstem Raum gehalten werden und beständig im Kreis laufen oder einfach nur daliegen und von BesucherInnen angeschrien und mit kleinen Dingen beworfen werden, damit etwas passieren soll. Es erinnert an den alten Bärengraben, wo die Bären auch einfach da lagen und manchmal mit Karottenscheiben beworfen wurden, damit sie sich regen. Es war jedenfalls ein trauriger Anblick. Die Palastanlagen Norbulinkas hingegen waren sehr schön und voller Blumen, was im generell eher ariden Klima Tibets auch uns Blumenbanausen ins Auge stach.
Nach der Besichtigung von Norbulinka haben wir alle Hunger und gehen ins erstbeste Restaurant um etwas zu essen; und siehe da, es ist wiederum ein Hot Pot Restaurant und wir bekommen Zweiten mal innerhalb von 24h Hot Pot serviert (allerdings gleicht dieser Hot Pot eher einem Gemüse-, Fleisch und Kartoffeleintopf).
Als wir danach unsere Visumsverlängerung erhalten, sind wir bereit unsere Reise fortzusetzen.

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Namtso-See

Nach Lhasa machen wir uns auf den Weg zum Namtso, dem höchstgelegenen Salzsee der Welt. Die Fahrt führt uns über sehr steile Pässe jedoch sind die Strassenverhältnisse gut genug. Als wir am frühen Nachmittag auf der (natürlich mal wieder heiligen – was denn sonst) Tashi Halbinsel ankommen, machen wir uns sogleich auf den Weg besagte Halbinsel zu umrunden (natürlich sollte dies auch im Uhrzeigersinn geschehen und die ganze Sache bringt einen auch wieder mal näher ans Nirvana). Auf der gesamten Halbinsel sind zig kleine, in die Felsen gebaute Klöster und Tempelchen zu sehen, was unsere Umrundung zeitlich so in die Länge zieht, dass wir erst im Dunkeln wieder bei unserem Auto zurück sind.
Am Abend lernen wir dann noch von unserem Guide, wie man „richtig“ Mahjong spielt (nicht das von Windows-Computern her bekannte „Solitär“-Mahjong). Es entpuppt sich als eine Art von Rommé.
Am nächsten morgen stehen wir früh auf, um den Sonnenaufgang vom Felsenhügel der Tashi Halbinsel aus beobachten zu können. Leider spielt das Wetter nicht mit, denn Wolken am Horizont verunmöglichen unser Vorhaben. Am frühen Nachmittag machen wir uns dann wieder auf den Weg nach Lhasa zurück.

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Lhasa I

Bei unserer Ankunft abends in Lhasa ist das Wetter dann wieder besser und als wir bei der Fahrt zum Hotel einen Blick auf den Potala Palast erhaschen, gibt es kein halten mehr, weshalb wir uns gleich nach Abstellen des Blauen im Hotelinnenhof auf einen ersten Spaziergang durch Lhasa machen. Wir sehen auch gleich den Potala-Palast (die eigentliche Winterresidenz des Dalai Lama) in schöner Abendbeleuchtung. Zurück im Hotel bemerken wir, dass jetzt auch die anderen beiden Fahrzeuge (mit Miro & Romy sowie Christine & Nuria) in Lhasa angekommen sind. Es wird uns dann die abenteuerliche Fahrt der beiden beschrieben, da der Landrover mit einem LKW her transportiert werden musste, welcher aber nicht in die Städte (also Shigatse und Lhasa) fahren durfte, weshalb der Landrover vom VW-Bus abgeschleppt werden musste und die Verladung auf den LKW auch nur an einem Berghang und mit Anlauf möglich war.
Am nächsten Tag besichtigen wir dann gemeinsam das Jokhang-Kloster, das eigentliche Zentralheiligtum aller Tibeter, in welchem eine Buddhafigur steht, die – zumindest nach Aussage unseres Guides – direkt Siddharta Gautama nachgebildet sein soll. So solle Tibet auch nur von dem in China wütenden SARS verschont worden sein, weil eben diese Statue hier stehe. Auch werde Tibet von dieser Statue vor Erdbeben geschützt (ironischerweise gab es dann gleich am nächsten Tag ein Erdbeben im Norden Indiens, welches auch in Tibet 7 Tote zur Folge haben sollte). Jedenfalls ist das Kloster relativ eindrucksvoll, photographieren ist aber, wie so oft, nicht erlaubt.
Danach begeben wir uns auf einen weiteren Stadtbummel auf dem Fabian langsam einsehen muss, dass er diesen kaum noch länger mit seinen geliebten, aber durchlöcherten roten Turnschuhen bestreiten kann. Ausserdem entdeckten wir noch vereinzelte Hinterhofklöster/-tempelchen, welche Abseits der Touristenmassen in Ruhe besichtigt werden können. Leider gibt es aber wieder keine Wäschereien, die unsere Socken und Unterhosen zu einem vernünftigen Preis gewaschen hätten, weshalb wir dann eine lustige Waschsession in der Badewanne unseres Hotelzimmers abhalten dürfen (wobei die Männer gewaschen haben, inkl. Vorwäsche, Hauptwaschgang, und 2x Ausspülen).
Am nächsten Tag machen wir uns auf die Besichtigung des leicht ausserhalb an einem Berghang gelegenen Drepung Klosters, dessen Mönche bei den Aufständen 2008 eine sehr aktive Rolle gespielt haben sollen (die Mönche in Lhasa sind deshalb heutzutage „verbeamtet“, d.h. sie erhalten Gehalt vom Staat und können auch wieder das Kloster verlassen um zu heiraten usw., ganz so, wie man auch einen anderen Job aufgeben kann). Leider ist es in Lhasa nicht ganz einfach, ein Taxi zu bekommen. Denn entweder sind alle besetzt oder der Fahrer hat seine 2-Stunden-Schicht gerade fertig und darf keine Fahrgäste mehr mitnehmen. So nehmen wir den lokalen Bus, in welchem wir auf viele einheimische Pilgernde nach Drepung treffen. Da Drepung bis 1959 das grösste tibetanische Kloster war, gibt es entsprechend viele Gebäude innerhalb des Klosters und ein solches Wirrwarr an Gässchen und kleinen wie grossen Tempeln, dass wir uns etwas verlaufen.
Um dann direkt ins Sera-Kloster zu gelangen, nehmen wir ein Minibustaxi. Sera scheint uns dann wirklich zu stark von TouristInnen überlaufen zu sein, sodass u.a. der Besuch der rituellen Mönchsdiskussionen hier in Sera zu einer Art Public Viewing ausartet.
Des Abends lädt uns dann die Reiseorganisation unseres Guides zu einem gemeinsamen Abendessen in „New-Lhasa“ ein, welches sich etwa mit dem Besuch eines Restaurants vergleichen lässt, in dem gerade ein Seniorenbus auf einer „Teppichverkaufsreise“ halt gemacht hat und wo ethno-kitschige Vorführungen geboten werden. Nach kurzem Essen waren wir deshalb schnell wieder draussen.
Früh am nächsten Morgen durften wir uns endlich auf die Besichtigung des Potala-Palastes begeben („durften“, weil man die Termine weit im Voraus reservieren muss und dann eine bestimmte Zeit zugeteilt wird, zu der man den Potala-Palast betreten darf; auch ist die Zeit des Aufenthalt innerhalb der Gebäude des Potala-Palastes wiederum beschränkt). Die Eingangskontrolle war vergleichbar mit den Vorgängen an einem Flughafen und Fabian sah sich gezwungen, sein Getränk noch kurz vor dem Personenscanner hinunterzustürzen. Aufgrund des frühen Zeitpunkts unseres Besichtigungstermins durften wir uns dann aber über eine relative ruhige Besichtigungsatmosphäre ohne all zu grosse Menschenmassen freuen.

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