Archiv der Kategorie: Brasilien

Foz do Iguaçu

Nachdem wir die ganze Nacht mit dem Bus unterwegs waren (und glücklicherweise auch schlafen konnten) kommen kurz nach Mittag in Foz do Iguaçu an. Da wir schnell ein Hotel finden (es hat sehr viele hier, da es wegen der Wasserfälle auch eine grosse Nachfrage gibt), machen wir uns auch gleich auf den Weg in Richtung des Itaipu Staudammes, den Paraguay und Brasilien gemeinsam betrieben und der für über 90% der paraguayanischen Energieversorgung verantwortlich ist (wenn man also Paraguay lahmlegen möchte, braucht man nur die Trafo-Station auf der paraguayanischen Seite des Staudamms zu sprengen); auch 20% der brasilianischen Energieversorgung hängt an diesem Staudamm.
Erst am nächsten Tag machen wir uns auf, die Cataratas, also den eigentlichen Grund unseres Hierseins zu besuchen. Ein mit TouristInnen überschwemmter Pfad führt den Wasserfällen entlang; immer wieder kann man hervorragende Ausblicke auf immer neue Wasserfälle geniessen. Schliesslich führt ein Steg an einer Kante von ein paar Wasserfällen entlang und man bekommt imposante Aussichten geboten, allerdings wird das Fotografieren durch den immer wieder an uns vorbeiziehenden Sprühnebel erschwert, welcher uns ziemlich nass werden lässt. Da sich die Wasserfälle in einem Naturschutzgebiet befinden ist die Tierwelt auch nicht weit entfernt und so scheint sich ein Nasenbär schon ziemlich an die vielen Touristen gewöhnt zu haben, sodass er unbeeindruckt zwischen uns durchspaziert; ausserdem sind manche Fensterscheiben mit Tierchen versetzt.
Im eigentlichen Ort Foz do Iguaçu gibt es dann aber nicht sehr viel zu entdecken, zufälligerweise kommen wir aber noch an einem kleinen Zoo vorbei mit eine Boa Constrictor und vielen verschiedenen, meist sehr bunten, Vögeln.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Brasilien

Rio de Janeiro

In Rio kommen wir nach einer Zwischenladung in Recife (bei der Fabian wegen massiver Verspätung des Fluges nicht mal Zeit hatte eine Zigarette zu rauchen) erst Spätabends an und trauen uns aufgrund der Beschreibungen in unserer Reiseliteratur (nie nach Sonnenuntergang mit Wertsachen herumlaufen usw.) nicht mehr aus dem Flughafen (da wir ja mit dem ganzen Gepäck nach Mitternacht noch ein Hotel zu suchen hätten –
also genau das tun müssten von dem dringlichst abgeraten wird), weshalb wir dann auf ein paar Sitzbänken im Flughafenareal abwechselnd etwas schlafen, bis des Morgens der erste Bus fährt.
Wir fahren dann ins Copacabana-Viertel und finden erst nach einigem Suchen ein freies Zimmer in einer Jugendherberge. Dafür gibt es gleich am ersten Abend eine Grillparty mit dem Personal und allen Gästen.
Da wir nahe am Strand sind (eben die Copacabana), hüpfen wir auch gleich mal ins Meer (es ist jedoch an diesem Tag furchtbar kalt, da die Strömungsverhältnisse kaltes Wasser an die Küste gebracht haben). Wir spazieren dann der Copacabana entlang und durch einen Tunnel bis zur Talstation der Zuckerhutgondelbahn und lassen uns entspannt (im Gegensatz zur Gondelbahnfahrt im indischen Raigad) zuerst zum Morro da Urca und von dort aus weiter zum Pão de Açúcar (dem eigentlichen Zuckerhut) bringen, von dem aus man eine wunderbare Aussicht auf das zwischen verschiedenen Felsenhügel gebaute Rio de Janeiro hat. Wieder unten angekommen gehe wir noch zum Praia Vermelha, gehen jedoch nicht mehr ins kalte Wasser und bald darauf fängt es auch heftig zu regnen an und wir kehren mit dem Bus zu unserem Hostel zurück, wo wir eine geführte Favela-Tour für den nächsten Tag organisieren (alleine sollte man wohl nicht hinein in die „Armenbezirke“).
Bevor wir am nächsten Tag auf unsere Favela-Tour können, müssen wir zwei Mal das Zimmer wechseln (die etwas chaotischen Hostelverwalter haben irgendwelche Reservationen nicht bemerkt, weshalb wir dann in einem Sechserschlafraum enden, aber was soll’s). Dann geht es endlich los in die Favela Rocinha, in der 150’000 Menschen leben und die Ziel eines gesteuerten Aufwertungsprozesses ist, was bedeutet, dass in einem Teil die Baracken abgerissen wurden und farbige Mehrfamilienhäuser mit 30qm pro Familie zur Verfügung gestellt werden, unter der Bedingung, dass die Kinder zur Schule gehen). Der Grossteil der Favela ist aber sozusagen noch „naturbelassen“ und wir spazieren durch enge Gassen und vor allem enge Treppen kreuz und quer durch die in den Hang gebaute Favela. Zwischenzeitlich können wir auf einem Dach einer Baracke sogar einen herrlichen Ausblick geniessen. Was auffällt ist, dass die BewohnerInnen keineswegs allzu arm erscheinen: viele haben modernste Mobiltelefone, an vielen Wohnungen prangen Satellitenschüsseln und überhaupt scheint die ganze Siedlung auch nicht sehr dreckig zu sein (allerdings waren wir zuvor ja in Indien, was unser Vergleichsniveau – v.a. in Bezug auf Schmutz – wohl stark gesenkt hat).
Am nächsten Tag besuchen wir dann den Corcovado mit seiner Jesusstatue (Jesus Redentor – Jesus der Erlöser). Leider ist es etwas bewölkt und wir warten im Gipfelrestaurant auf besseres Wetter. Dies wird uns dann tatsächlich auch vergönnt und wir geniessen einen herrlichen Ausblick über ganz Rio (wir sind hier auch auf 710 m.ü.M.).
Anschliessend fahren wir ins Centro und spazieren durch die modernen Hochhausschluchten dieses Geschäftsviertel und besuchen unter anderem den Convento de San Antonio und die moderne Catedral Metropolitana, bevor wir wieder zur Copacabana zurückkehren.
Da wir am Vortag aufgrund der fortgeschrittenen Zeit noch einiges im Centro nicht mehr besuchen konnte, kehren wir wieder dahin zurück und besuchen Kirchen (wie die Igreja da Candelaria) und das Benediktinerkloster, dessen Zugang durch ein modernes Gebäude erfolgt, mit dessen Lift man in den fünften Stock fahren muss, um das Gebäude dann wieder nach hinten Richtung Kloster zu verlassen – hat einige Zeit gedauert und mehrfaches Nachfragen erfordert, bis wir den Zugang entdeckt hatten). Wir spazieren dem Hafen entlang weiter und gelangen zufälligerweise zu einem Kunstmuseum mit einer interessanten Ausstellung brasilianischer Kunst der letzten 100 Jahre, laufen anschliessend an Hochhäusern und historischen Gebäuden vorbei, weiter bis zu einer wunderschönen Bibliothek, dem sogenannten Real Gabinete Portugués de Leitura. Als Kontrastpunkt besuchen wir dann den hiesigen Park und wollen dann die Strassenbahn hinauf zum – auf einem der Hügel gelegenen – Santa Teresa nehmen und dabei über ein langes Viadukt durch das Centro fahren. Leider scheint die Strassenbahn mittlerweile stillgelegt, weshalb wir dann den langweiligeren Bus nehmen müssen. Oben in Santa Teresa angekommen können wir dann durch die Pflastersteinstrassen dieses als „Künstlerkolonie“bezeichneten Viertels spazieren und bekommen dabei nebst vieler schöner Ausblicke auf das restliche Rio hinunter auch schöne Graffiti zu sehen. Wir spazieren dann den Hügel hinunter und nehmen die nächste Métro zurück zur Copacabana, wo wir ein letztes Mal ins Wasser springen und uns noch ein paar Caipirinhas an einer Strandbar gönnen (die sind enorm hoch dosiert hier, es wurde noch ein sehr lustiger Abend), bevor es dann am nächsten Tag auf den Bus Richtung Foz do Iguaçu gehen wird.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Brasilien