Archiv der Kategorie: Bolivien

Titicacasee – Copacabana

Nachdem wir schon eine Weile entlang des südlichen Abschnitts des Titicacasees gefahren sind, erreichen wir San Pablo de Tiquina, wo wir die Autofähre nach San Pedro de Tiquina nehmen müssen. Zuerst glauben wir, dass die alte Bretterbarke, die vor uns anlegt, nur für Fussgänger gedacht ist – doch weit gefehlt! Wir fahren also drauf, sind aber bezüglich der Seetüchtigkeit des Gefährts schon bald beruhigt, als auf entgegenkommenden baugleichen Fähren ganze LKWs und Busse transportiert werden.
Sicher am anderen Ufer angekommen, machen wir uns auf die letzte Etappe nach Copacabana, wo wir uns in ein Hotel mit herrlichem Ausblick über die Bucht und den Ort begeben. Anschliessend machen wir uns auf zu einem abendlichen Rundgang durch den Ort und zur schön beleuchteten Wallfahrtsstätte Basílica Virgen de la Candelaria.
Nachdem wir ein Frühstück mit Aussicht genossen haben, besuchen wir nochmals die Wallfahrtstätte, vor der am heutigen Tag die Autos gesegnet werden (erinnert uns mit den Alkoholopferungen über den Motor usw. stark an Kathmandu, dort waren es aber Tiere die geopfert wurden). In der angebauten Capilla de Velas entzünden wir ein paar Kerzen für unsere Angehörigen und besorgen später auf dem Schwarzmarkt noch 40l Benzin, bevor wir zur nahe gelegenen Grenze mit Peru weiterfahren.
Nachdem wir bereits die meisten Ausreiseformalitäten erledigt haben, müssten wir eigentlich nur noch das Autoregistrationspapier abgeben, aber die Beamten machen vorzeitig (zumindest vorzeitig gemäss angeschlagener Öffnungszeiten) Mittag und weigern sich, noch kurz das Blatt Papier entgegenzunehmen. Also sind wir gezwungen, etwas mehr als eine Stunde an der Grenze zu warten. Nach der Rückkehr der Beamten geben wir dann das A4-Blatt ab und weiter geht’s nach Peru.

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La Paz

Am Abend treffen wir in El Alto ein und haben nur wenig Probleme den Flughafen zu finden, auf dessen gesicherten Parkplätzen wir die Nacht zu verbringen gedenken um direkt am nächsten Morgen beim (bei allen Auto-Reisenden Südamerikas) berühmten Mechaniker Ernesto Hug zu sein.
Am nächsten Morgen haben wir jedoch Mühe, die richtige Route zu finden und die Verzweiflung mitten im Verkehrschaos zu stecken und nicht weiter zu kommen ist manchmal gross. Es müsste doch hier rechts gehen! Doch es kommen uns nur Autos entgegen! Als wir – nach einem halblegalen U-Turn, aufgrund dessen wir uns zwecks Zeitersparnis zu unserer ersten Polizistenbestechung in Bolivien gezwungen sahen – zum zweiten Mal auf derselben überfüllten Kreuzung stehen, schickt uns ein Polizist auf unsere Nachfrage hin jedoch in ebenjene Strasse, wo es nur Gegenverkehr zu geben scheint. Ich laufe also 20-30m vor dem Auto und versuche die entgegenkommenden Fahrzeuge auf ihre Seite zu winken. Dies klappt umso besser, als uns kurze Zeit später ein offizieller Ortsbus hinterherfährt und ich auf Einwände, dass dies hier Einbahn sei, lediglich auf den Bus hinter uns zu verweisen brauche und uns dann sogleich Platz gemacht wird. Nach steiler Fahrt hinunter kommen wir schliesslich bei Ernesto Hug an, wo das Auto und der Motor als erstes gereinigt werden. In den nächsten Tagen will er sich dann so gut wie möglich um die verschiedenen Problemchen des Autos kümmern. Am Nachmittag lassen wir uns per Taxi ins Zentrum chauffieren und suchen uns ein Hotel.
Am nächsten Tag schlendern wir kreuz und quer durchs Zentrum: zuerst zum nahen Hexenmarkt, wo es viele Potenzmittelchen, halluzinogene Kakteen und Lamaembryonen zu kaufen gibt. Dann weiter zur Plaza San Francisco, wo wir zwar die Kirche, aber noch nicht das zugehörige Konventsmuseum besuchen, was wir erst mit Johannas Mutter und Schwester zu tun gedenken, die übermorgen in La Paz eintreffen werden. Dann gehen wir weiter auf die gegenüberliegende Talseite zur Plaza Pedro Murillo, an dem sich die Kathedrale, der Regierungspalast und das Parlamentsgebäude befinden. Weiter geht es zum völlig unspektakulären Nachbau des Templete Semisubterráneo von Tiahuanaco, der vor unserem eigentlichen Ziel, dem Nationalstadion Estadio Hernando Siles liegt. Dort kehren wir wieder um und gehen zurück durch die Fussgängerzone Calle Commercio und durch den Mercado Lanza zum Plaza Alonso de Mendoza, wo wir neben der Iglesia de la Recoleta ein Hotel mit hübschem Innenhof finden, dass wir für die Zeit nach dem Eintreffen von Johannas Verwandten zu nehmen gedenken. Anschliessend laufen wir die enge und steile Marktgasse Graneros hinauf zum Mercado Negro, wo Fabian trotz vieler Schuhverkaufsstände keine passenden neuen Schuhe als Ersatz für seine durchlöcherten chinesischen findet. Nach überstandenem Marktgetümmel spazieren wir der Hauptstrasse entlang bis zum Plaza del Estudiante, von wo aus wir dann auf dem Gegenhang eine Fussgängerbrücke durch den Laikakotapark mit herrlichem Ausblick erklimmen. Ermattet nehmen wir ein Taxi, um zum Mechaniker zu gelangen und nach seiner Analyse des Motors das weitere Vorgehen zu besprechen.
Am nächsten Tag reservieren wir Zimmer im am Vortag entdeckten hübschen Hotel und treffen uns mit Bill wieder, der ebenfalls bei Ernesto ist, um auch sein Auto wieder auf Vordermann bringen zu lassen. Wir erfahren dabei, dass unser Auto erst am Freitag bereit sein wird. So gehen wir mit Bill auf einen Stadtrundgang und besuchen u.a. das Coca-Museum, bevor wir uns am späten Abend von einem Taxi hinauf zum Flughafen in El Alto bringen lassen, um dort auf das Eintreffen von Claudia und Lukrezia zu warten. Nach Mitternacht und nach vielen nervösen Herumtigereien Johannas kommen die beiden in La Paz an und wir fahren sogleich per Taxi ins zuvor reservierte Hotel bei der Iglesia de la Recoleta.
Am nächsten Morgen besuchen wir zuerst eine Apotheke mit angeschlossener Ärztin, um Medikamente für Claudias infizierten Insektenstich zu besorgen. Dann geht’s los mit der Stadtbesichtigung: vom Plaza Mendoza gehen wir zur Plaza Pedro Murillo, wo wir uns Regierungssitz, Parlamentsgebäude und die Kathedrale zu Gemüte führen. Um unsere, noch nicht an die Höhe akklimatisierten, Gäste nicht zu überfordern, nehmen wir von dort aus ein Taxi hinauf zum Aussichtspunkt Killi-Killi, wo wir froh sind, wieder eine Kamera mit Panoramafunktion zu besitzen (wir hatten diese in der Schweiz bestellt und Claudia hat sie uns mitgebracht). Mit dem Micro geht es anschliessend zurück nach unten und wir gehen weiter zur Plaza San Francisco, wo wir die Kirche und das Konventsmuseum gleichen Namens besuchen. Dann gehen wir bergauf weiter zum Hexenmarkt und später auch die steile Marktgasse Graneros hinauf und am Rande des Mercado Negro entlang zurück zum Hotel, wo sich Claudia sogleich schlafen legt, während wir restlichen drei nochmals zum Mercado Lanza weitergehen, um dort einen weiteren der wunderbaren Frucht-Milch-Säfte zu geniessen.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen nehmen wir ein Taxi zur Werkstatt von Ernesto Hug, wo uns ein geputztes und generalüberholtes Auto erwartet. Für den Anfang geführt vom vorausfahrenden Ernesto und erstmals zu viert, nehmen wir den steilen Anstieg hinauf nach El Alto in Angriff. Oben angekommen werfen wir einen letzten Blick auf La Paz hinunter und los geht’s in Richtung Titicacasee.
Leider müssen wir noch tanken, was uns aber trotz vieler Tankstellen nicht gelingen will. Denn so haben die einen kein Benzin mehr, die anderen kein Benzin für Ausländer und so geht es weiter und immer weiter, bis uns das Benzin allmählich wirklich sehr knapp wird. Schliesslich gelangen wir aber zu einer Tankstelle, an der viele Fahrzeuge bereits eine Schlange bilden. Auf unsere Nachfrage hin, bestätigt uns der Tankwart, dass er auch an Ausländer Benzin verkaufe. Froh, endlich zu Benzin zu kommen, warten wir in der Schlange. Als wir jedoch mit Tanken dran sein sollten, wird uns beschieden, dass das Benzin soeben ausgegangen sein und wir weiterfahren sollten, es gäbe in wenigen Kilometern wieder eine Tankstelle. Dass das Benzin ausgegangen sei glauben wir nicht, da einerseits der Vorgänger eine genaue Summe getankt hatte und da die Fahrzeuge in der Schlange hinter uns keine Anstalten machen weiterzufahren. Der Grund des ausbleibenden Benzins ist somit eher Fremdenfeindlichkeit als die physische Abwesenheit des Brennstoffs. Wir warten also und halten alle Folgenden auf, die uns teilweise schon empört weiterwinken wollen. Plötzlich schleicht sich ein Taxi auf die andere Seite der Zapfsäule und wird problemlos bedient. Nachdem wir immer noch nicht gehen, erhalten wir – natürlich zum beinahe dreifachen Preis – gnädigerweise 10l Benzin, was uns knapp bis zum Titicacasee bzw. nach Copacabana reichen sollte. Eine andere Tankstelle finden wir unterwegs nämlich, entgegen der Behauptungen des Tankwarts, nicht mehr.

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Potosí 2

Des Nachts sind wir wieder zurück in Potosí und nehmen aus Sicherheitsgründen ein Taxi zurück zum Hotel auf dessen Parkplatz unser Auto steht.
Am nächsten Morgen begeben wir uns zum Ausgangspunkt unserer Minentour. Wir werden komplett mit Überkleidern, Stiefeln, Helm und Lampe versorgt, dann müssen wir Geschenke für die Bergarbeiter kaufen: Kokablätter, 96%iger Alkohol (die Ausrede bzw. der Aberglaube dazu lautet, dass die Reinheit der gefundenen Erzadern der Reinheit des getrunkenen Alkohols entspreche), übel starke Zigaretten, verschiedene Süssgetränke und auch Handschuhe, Dynamitstangen und Zündschnüre gäbe es. Die Kokablätter versuchen wir jedoch zuerst einmal selbst, wobei Fabians erster Versuch in einem widerlichen, alles betäubenden Gekaue endet und er alles wieder ausspucken muss. Danach hat er den Dreh raus, wie das Zeugs anständig in der Backe bleibt. Johanna hingegen kümmert sich nicht um Konsumanweisungen, zerkaut und schluckt einfach die Blätter und verzichtet anschliessend auf jeglichen korrekteren Applikationsversuch. Dann geht es los und hinein in die Mine und den Cerro Ricco, in dem wir die nächsten drei Stunden verbringen werden. Es wird uns dabei das System der hiesigen Kooperativen erklärt (hierarchisch tiefer stehende Arbeiter bekommen Fixlöhne, während die höheren das Risiko tragen, somit auch mal nichts verdienen, aber auch den Profit einstreichen) und wir treffen immer wieder auf Arbeiter (Lorenschieber, Kontrolleure, Dynamitlöcherbohrer usw.) denen wir bei ihrer Tätigkeit zuschauen dürfen und die dafür immer eines der mitgebrachten Geschenke erhalten. Auch unser Tourguide war früher ein Kumpel, er ist aber froh, nun einen anderen Beruf ausüben zu dürfen. Die Minen von Potosí befinden sich im Cerro Ricco. Früher wurde hier noch v.a. Silber abgebaut, heutzutage aber fast nur noch Zinn. Trotzdem arbeiten immer noch ca. 10’000 Leute in den 250 verschiedenen Minenkooperativen. Frauen sind in den Minen eigentlich nicht zugelassen, um die Pachamama nicht eifersüchtig zu machen. Für das Geld der Touristinnen wird aber offensichtlich der Aberglaube überwunden. Zu guter Letzt werden wir noch zu den Tios der Mine geführt, die nach speziellen (wohl meist ehemaligen bzw. verstorbenen) Mitarbeitern benannt wurden und denen wir noch Kokablätter, Alkohol und Zigaretten opfern. Anschliessend geht es wieder raus aus der Mine und etwas später auch raus aus den verdreckten Überzügen.
Danach suchen wir in Begleitung eines irischen Kochs, der auch schon Teil unser Minenbesichtigungsgruppe war, einen Kneipe mit Sportübertragung auf und schauen uns das bittere Champions-League-Finale zwischen Bayern und Chelsea an.
Am nächsten Morgen müssen wir dann unseren Wagen, der diesmal überhaupt nicht mehr anspringen will, auf die steile Strasse hinaus schieben und einen Rollstart machen. So begeben wir uns auf den Weg nach La Paz, das wir ohne ein einziges Mal das Auto abstellen zu müssen erreichen wollen.

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Sucre

In Sucre können wir am Parque Bolivar den Bus verlassen und müssen nicht bis zum Terminal warten. Auf unserem Weg Richtung Stadtzentrum schliesst sich uns eine junge Deutsche an, die bereits mit uns im Bus war Wir spazieren nach Sonnenuntergang an vielen schön beleuchteten Gebäuden vorbei, wobei Fabian mit seinem Kopf eine fürchterliche Kollision mit einem Baugerüst erleidet. Wir klappern ein paar Hostels ab und finden schliesslich ein hübsches mit Dachterrasse. Der Receptionist erklärt uns noch manches Sehenswerte für heute Abend und Fabian hört ihm unanständigerweise nur sitzend und mit aufgestütztem Kopf zu, es wird noch etwas dauern bis er sich nicht mehr so benommen fühlt. Wir gehen auf anraten des Receptionisten in den zentralen Markt, um dort mitten im Getümmel etwas zu essen. Später kaufen wir uns noch ein paar Bierchen, mit denen wir uns auf die Dachterrasse unseres Hostels setzen, die Aussicht geniessen und noch ein wenig schwatzen.
Am nächsten Morgen stehen wir trotzdem früh auf, spazieren zum Plaza 25 de Mayo und besuchen die Kathedrale. Leider haben auch hier wieder viele Kirchen und Konvente geschlossen bzw. unergründliche Öffnungszeiten. Wir spazieren weiter in Richtung Südosten und einen der Hügel hinauf auf denen Sucre erbaut wurde. Zuoberst kommen wir zur Plaza Anzures, von deren säulenbestandener Seite wir einen wunderschönen Blick über Sucre haben. Leider sind wir dann 5min zu spät, als dass wir noch in Kirche und Konvent von Recoleta gelassen würden (5min in Lateinamerika!). Wir spazieren also wieder hinunter ins Zentrum und geniessen spezielle Cafékompositionen in einem hübschen Café. Danach gehen wir nochmals in nordwestliche Richtung , um die Gebäude, welche wir gestern Abend angeleuchtet bewundern konnten auch noch bei Tageslicht zu betrachten. Ausserdem wollen wir noch den Mini-Eiffelturm im Parque Bolivar finden von dem uns auch der Receptionist in unserem Hostel erzählt hatte.
Später durchqueren wir dann nochmals den zentralen Markt, kaufen ein paar Kleinigkeiten ein und gehen dann zum etwas ausserhalb gelegenen Schwarzmarkt weiter, von wo aus wir eines der Micros (Kleinbusse, welche den ÖV in den Innenstädten darstellen) zum Busbahnhof nehmen und uns des Abends erschöpft in den Bus zurück nach Potosí setzen.

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Potosí 1

Froh, dass die Strasse in den letzten Jahren geteert wurde (nur die ersten 25km sind noch eine Baustelle) machen wir uns auf den langen Weg hinauf und hinab und wieder hinauf usw. nach Potosí, wo wir abends eintreffen. Glücklicherweise haben wir bereits im Voraus ein Hotel mit Parkplatz ergoogelt – trotzdem ist der Weg dorthin relativ heftig, den auch der Weg innerhalb der Stadt geht entweder steil hinauf oder steil hinunter. Wir treffen aber ohne Umwege beim Hotel ein, wo noch ein anderer VW-Bus aus Dänemark geparkt ist. Drin wohnt ein dänisch-italienisches Ärzteehepaar mit drei (!) Kindern (12, 9 und 6 Jahre alt), die wohl gute Nerven haben müssen um so zu reisen.
Am nächsten Morgen machen wir uns zeitig auf zur Stadterkundigung. Wir besichtigen u.a. die Kathedrale, aus deren Glockenturm wir eine wunderbaren Überblick über, das in den Berghang des Cerro Rico gebaute, Potosí haben. Bei der Kathedralenführung kommt Fabian seine katholische Erziehung zu gute und so kann er mit seinem Wissen über die Evangelisten usw. glänzen :-). Viele andere Kirchen und Konvente sind jedoch geschlossen. Wir begegnen auch noch einer friedlichen Schülerdemo und sind froh, dass zur Zeit gerade keine Minenarbeiterstreiks stattfinden. Da wir erfahren, dass die Strasse von Sucre nach La Paz in katastrophalem Zustand sein soll und wir besser wieder zurück nach Potosí fahren sollen, wenn wir nach La Paz wollen, suchen wir noch einen Reiseveranstalter auf, um Bustickets nach Sucre und zurück zu organisieren (so können wir auch das Auto etwas schonen). Beim gleichen Veranstalter buchen wir auch noch eine Tour durch die Minen nach unserer Rückkehr nach Potosí. Danach haben wir nicht mehr viel Zeit unsere Sachen zu packen und ein Taxi zum Busterminal zu nehmen. Dort kommt auch gleich der Bus und los geht’s nach Sucre.

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Uyuni – Ausflug auf den Salar

Nach einer – trotz Elektro(!)heizung – eher kühlen Nacht im Hotel begeben wir uns auf einen Stadtbummel. Wir versuchen eine gute Tour auf den Salar de Uyuni (wir wollen unser liebes Auto nicht versalzen) und ein Internetcafé zu finden, welches uns den Einsatz unseres eigenen Computers erlaubt. Ersteres gelingt uns, letzteres nicht. Wir erfahren ausserdem, dass Ausländer (bzw. Fahrzeuge mit ausländischem Nummernschild) nur heute tanken dürfen (und auch dann noch nur zum beinahe dreifachen Preis). Nachdem wir also seit langem Mal wieder ins Internet reingeschaut haben, wollen wir uns auf den Weg zur Tankstelle machen, treffen dann aber auf ein französisches Pärchen mit dreijährigem Kind in einem alten Mercedes, das uns zur Tankstelle begleiten will, da eine andere Tankstelle keinen Diesel mehr hatte und ihnen die „unsrige“ unbekannt ist. Wir fahren also gemeinsam zur Tankstelle. Diese hat dann zwar Diesel, aber kein Benzin mehr. Nachdem die Franzosen aufgetankt haben, bringen sie uns zur anderen Tankstelle, die glücklicherweise noch über Benzin verfügt, sich die Tankwarte aber weigern, unsere Ersatztanks aufzufüllen. Da der Mercedes noch zur Reparatur muss, verabreden wir uns mit den Franzosen auf den späteren Abend. Wir treffen dann genau zur Happy Hour in einer Restaurant/Bar ein und so gönnen wir uns zuerst ein paar Drinks, bevor wir zum essen schreiten; es gibt u.a. Lama-Steaks. Ein paar Flaschen Wein und viele Diskussionen später gehen wir dann leicht euphorisiert schlafen.
Am nächsten Morgen sehen wir uns dann noch kurz wieder, aber schon startet unsere Tour auf den Salar. Wir sind eine Gruppe von sieben Leuten: ein brasilianisches Pärchen, ein Deutscher, ein Engländer, ein Chilene, der schon lange in Frankreich lebt und wir beide, die wir für die Kommunikation in der Gruppe sorgen müssen. Wir fahren zuerst lange durch den, vielerorts nassen, Salar zur Isla Incahuasi, wo es etwas zu essen gibt und wir etwas zwischen den bis zu 10m hohen Kakteen herumwandern. Auf der Rückfahrt halten wir dann mitten im Salar und machen viele lustige Fotos, da auf der völlig flachen weissen Ebene keine Tiefe zu erkennen ist. Weiter geht es dann zum Salzhotel, das komplett aus Salzziegeln errichtet wurde (inkl. der Inneneinrichtung), aber nicht mehr als Hotel benutzt werden darf, da der Betrieb der Ökologie des Salars in der näheren Umgebung schaden würde. Zu guter Letzt verlassen wir den Salar wieder und werden zum Friedhof der Züge gefahren, wo viele alte Dampfloks einfach zur langsamen Verrottung deponiert wurden. Nach Abschluss der Tour gehen wir noch alle gemeinsam Abendessen.
Am nächsten Morgen dann ein kurzer Schreckmoment: Das Auto will lange nicht anspringen. Wir denken, dass wir die Batterie wohl nicht mehr rausdrehen sollten (was wir als Diebstahlschutz immer vorgenommen haben). Endlich aber springt es an und los geht die Fahrt nach Potosí.

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Fahrt nach Uyuni

Bereits am Abend nach dem (diesmal richtigen) Auftanken in San Pedro de Atacama, überqueren wir die chilenische Grenze und erklimmen die ersten 1’000 Höhenmeter hinauf zur bolivianischen Grenze. Übernachtet wird auf einer Ausbuchtung aus der Strasse, die wohl zur Erholung überhitzender Autos eingerichtet wurde.
Am nächsten Morgen fahren wir nochmals ca. 1’300 Höhenmeter weiter nach oben und überqueren dann die „Personen“-Grenze nach Bolivien. Es wird uns gesagt, dass die Grenze fürs Auto später auf dem Weg zur Laguna Colorada komme. Wir fahren also weiter zur Laguna Blanca und dieser entlang zur Laguna Verde. Auf unserer Weiterfahrt Richtung Laguna Colorada verpassen wir dann aber trotzdem die Grenzstation und drehen etwas später bei. Wir finden dann schliesslich die Abzweigung und schaffen es, auch unser Auto korrekt in Bolivien anzumelden. Nach einer Fahrt durch beständigen Wind, der fast immer Sand aufbläst, erreichen wir schliesslich gegen Abend die eher tiefrote als farbige Laguna Colorada. Wir stellen unser Auto etwas windgeschützt bei den hier vorhandenen Refugios ab und sind bei unserer Übernachtung froh, eine solch gute Isolation zu haben, da es nämlich empfindlich kalt wird, sobald die Sonne untergegangen ist.
Am nächsten Morgen ist der beständige Wind eisig kalt geworden und während unseres Spaziergangs auf die Salzhalbinseln frieren wir entsprechend. Leider hat es hier auch nur wenige Flamingos. Schliesslich fahren wir weiter durch wunderschön farbige Wüstenlandschaften mit bizarr geformten Felsen, deren berühmtester der Baum aus Stein (Arbol del Piedra) ist. Die Weiterfahrt führt uns an einer ganzen Serie verschiedener Lagunas vorbei (Santa Cruz, La Honda, Chiar Khota, La Hedionda), deren letzte eine ganze Menge Flamingos aufweist. Danach entschliessen wir uns, den direkten Weg nach Alota zu nehmen: ein schwerer Fehler! Für die knapp 32km bis zur Hauptstrasse brauchen wir mehr als drei Stunden. Wir müssen immer wieder Steine aus dem Weg räumen und einmal bleiben wir vor einer eher tiefen und schlammigen Wasserdurchfahrt stehen, um Mut zu fassen. Kein Auto weit und breit, dass uns helfen könnte, falls wir stecken bleiben. Wir riskieren es und komme durch, obwohl das Wasser 50cm hoch steht. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit, nachdem wir bereits mit einer weiteren Nacht im Nirgendwo gerechnet haben, erreichen wir die Hauptstrasse nach Uyuni: geschafft!! Die Strasse bis nach Alota ist dann erneut von wunderschönen, sandwind-geformten Felsformationen umgeben. Danach fahren wir im Dunkeln noch weiter bis nach Uyuni, wo wir uns ein Hotel mit „garantiert“ heisser Dusche suchen, um endlich mal den Sand aus unseren Haaren und Ohren zu waschen.

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