Tikal

Ganz früh am nächsten Morgen machen wir uns (ohne Begleitung Patrics, den das zu wenig interessiert und deshalb ausschläft und den Tag im Restaurant beim Eingang verbringt) auf die Fahrt nach Tikal hinein. Wir haben hoffentlich genug Trinkwasser dabei und nach einem kurzen Frühstück machen wir uns an die Besichtigung Tikals, einer der grössten Mayastädte, die am Höhepunkt ihrer Macht im 8. Jahrhundert 50’000 Einwohner (mit Agglomeration 200’000 Einwohner) aufwies, aber bereits Ende des 10. Jahrhunderts vollständig verlassen wurde.
Wir haben zwar eine Karte der Ruinenstätte dabei, doch den ersten Ruinenkomplex den wir vorfinden sollen, finden wir nur nach längerem Suchen. Die Karte wird sich auch im Verlauf des Tages nicht als sehr massstabsgetreu herausstellen (man kann sie wohl am besten mit der Zeichnung eines dreijährigen Kindes vergleichen, das sein Dorf malt). Schliesslich gelangen wir zum ehemaligen Stadtzentrum, einem Platz um den sich der Tempel des grossen Jaguars (Templo I, 47m hoch), der Templo II (38m hoch), die Acropolis Central und die Acropolis Norte gruppieren. Hier treffen wir auch auf eine kleine Filmcrew, welche eine inszenierte Führung filmt, wobei auch noch ein inszenierter Maya-Feuerbrauch dargestellt wird. Da immer mehr TouristInnen kommen, verlassen wir den zentralen Platz wieder Richtung Süden und finden uns mutterseelenallein beim riesigen Templo V (57m hoch) wieder, den wir (wohl unerlaubterweise) erklimmen. Über den Platz der sieben Tempel und die südliche Akropolis gelangen wir zum „Mundo Perdido“-Tempel, wo wir Zeugen eines kleinen Dramas werden: Eine Baummaus hat ihr Neugeborenes vom Baum fallen gelassen. Da es aber Leute hat, getraut sie sich nicht auf den Boden, um ihr Junges zurück zu holen. Ein Einheimischer versucht schliesslich, ihr das Junge auf Blättern auf den Ast hochzureichen, wobei es noch ein paar Mal wieder zu Boden fällt. Schliesslich gelingt es ihm, mithilfe seiner Schirmmütze, der Mutter ihr Junges hochzureichen, worauf diese mit ihrem Jungen wieder in die höheren Bereiche des Baues hochklettert (keine Ahnung ob es noch lebensfähig ist, jedenfalls hat es sich noch bewegt). Weiter geht es dann zum Templo IV, dem mit 70m höchsten aller Tempel Tikals, von dem aus wir eine wunderbare Aussicht auf das gesamte Areal geboten bekommen.
Auf unserer weiten Wanderung vorbei an der Zona Norte und hin zur Grupo H bekommen wir dann ein leicht mulmiges Gefühl, da sich offensichtlich kein Tourist bis hierher „verirrt“ und uns wieder die Geschichten von Touristen in den Sinn kommen, die auf dem Areal überfallen wurden. Es geht jedoch alles gut und zum Abschluss begeben wir uns noch zum Palacio de las Acanaladuras und zum Templo VI, bevor wir dann nach etwa 7-stündiger Besichtigung hundemüde zum Auto zurückkehren.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Guatemala

6 Antworten zu “Tikal

  1. Ursula

    Hier wird es langsam aber sicher Herbst, und ihr zwei seid immer noch in weiter Ferne. Habe gar nicht gewusst, dass ihr soo lange unterwegs sein wolltet. Auch wenn lange kein Kommentar kommt, ich verfolge eure Reise immer noch mit grossem Interesse, Bilder und Berichte.
    Liebi Grüessli Ursula

    • Hallo Ursula,
      ja, die Reise ist zwar lang, aber wir würden gerne noch viel länger reisen und noch viel mehr sehen – wir sind jedenfalls noch nicht des Reisens müde geworden.
      Bald jedoch geht es zurück in die Schweiz (der WK wartet :-)) – wir freuen uns aber auch auf zu Hause und Euch alle.
      Schön Dich immer noch zu unseren Leserinnen zählen zu dürfen
      Liebe Grüsse
      Johanna & Fabian

      • Ursula

        So so wenn der WK nicht rufen würde, würdet ihr gerne noch viel länger reisen:-)) schön und gut zu hören, dass ihr des Reisens noch nicht müde seid.. Schön, aber auch zu wissen, dass ihr doch in absehbarer Zeit wieder im Schweizerländle sein werdet..:-) ich werde ja zwar nicht zu denjenigen gehören, die euch oft sehen werde, ihr wart ja früher oft in Bern und wir sahen uns nicht. Aber eure Familien und Kollegen freuen sich sicher ganz fest euch zu sehen, und mit dir Fabian zu jassen.
        Machets u häbets wieterhin no guet.
        Liebi Grüessli Ursula

  2. Muetti

    Heiti ihr zwei

    Vielen Dank für euren Fleiss, hei so viel nachgeschrieben. Auch hat es wieder wunderschöne Fotos darunter, Schnetterlinge, Fledermäuse, Leguane mit und ohne Beute, Kaffeeplantagen … eindrücklich. Ich freue mich immer wieder, was ihr alles zu sehen bekommt und sicher nie mehr vergessen werdet. Kommt jetzt noch heil durch Nordamerika ich freue moch sooooooo, euch wiederzusehen. Liebe Grüsse Muetti

  3. Muk

    Hallo Ihr Lieben, hat es euch die Sprache verschlagen, oder ist euch der laptop abhanden gekommen? Bei uns ist alles iO.

    LG Ulla & Muk

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