Fahrt durch Nicaragua (Tipitapa – Estelí)

An der Grenze von Costa Rica zu Nicaragua steht ein lange Schlange von LKWs, die die rechte Fahrspur besetzen. Es gelingt uns jedoch, diese zu überholen (wobei es bei Gegenverkehr einiger sehr enger Manöver bedarf) und so kommen wir an die costaricanische Ausreisegrenze. Ganz einfach ist es nicht, alle benötigten Schalter zu finden und obwohl wir eigentlich alle costaricanischen Colones in ein letztes Auftanken investiert haben, hat Patric glücklicherweise noch eine kleine Colon-Münze, welche es uns ermöglicht, eine benötigte Kopie zu machen, damit wir das Land korrekt verlassen können.
Auf der nicaraguanischen Seite der Grenze besorgen wir uns dann an einem Bankomaten die Lokalwährung „Cordoba“ um Autoversicherung, Strassengebühr, Touristentaxe, Einreisegebühr und weiss nicht noch was alles zu bezahlen. Zu unserem Erstaunen müssen wir dann aber feststellen, dass keine der Stellen Cordoba annimmt, nur Dollar. So ein Witz – für was haben denn die überhaupt eine lokale Währung? Können es ja gleich wie Ecuador und Panama machen und gleich den Dollar einführen! Als letztes müssen wir dann noch unsere Fahrerlaubnis für Nicaragua bei einem Schalter abholen, der aber unbesetzt ist. Als wir die wartenden Leute fragen, wo denn der Schalterbeamte sei, sagen diese, dass dieser bereits eine erste Siesta halte (und das vor 10Uhr morgens). Er taucht erst auf, als eine Wartende mit grossen „Argumenten“ in die Kneipe geht wo der Kerli hockt und ihn wohl mit selbigen überzeugt, doch mal beim Schalter vorbeizuschauen. Als er dann kommt (ein enorm übergewichtiger, schwitzender und stinkender Grenzpolizist), schreit er als erstes Mal die Leute in der Schlange an, dass er niemanden bediene, wenn die Schlange nicht ordentlich gemacht sei (und dies obwohl hier niemand gedrängelt hat; einfach aus Prinzip – ist wohl ein verloren gegangenes Feldweibeltalent :-)). Jedenfalls erhalten wir unsere Fahrerlaubnis und so geht es los mit Nicaragua.
Als wir des Nachmittags Hunger bekommen, halten wir an einem Strassenrestaurant und obwohl es etwas schicker aussieht, sind die Preise hier deutlich tiefer als wir es uns von Costa Rica her gewohnt sind. Ausserdem sind die Portionen derart riesig, dass sie einem Sumo-Ringer (oder alternativ: einem nicaraguanischen Grenzpolizisten) gerecht würden.
Vollgefressen fahren wir schliesslich weiter durch Masaya und nach Tipitapa, wo wir nach dem weiteren Weg fragen müssen. Leider scheint der Übergang, zu dem uns alle hin weisen, vom Rio Tipitapa unterspült worden zu sein. Jedenfalls ist hier kein Durchkommen und es folgt eine Odyssee durch den Ort und v.a. durch seine Elendsviertel. Als wir dann vor einer Strassenblockade stehen bleiben müssen, schwant uns schon das Schlimmste, aber ein freundlicher Kioskverkäufer in der Nähe weist uns endlich den richtigen Weg hinaus aus Tipitapa und in Richtung Estelí.
Estelí selbst erreichen wir dann erst beim Eindunkeln und wieder müssen wir durch eher heruntergekommene Quartiere fahren, um verschiedenen Motel-Hinweistafeln zu folgen. Die Motels selbst finden wir allerdings nie. Auch auf den örtlichen Tankstellen herrscht zu viel Betrieb, als dass wir eine Übernachtung riskieren würden und so sind wir dann glücklich, als wir ein eher teures Hotel (dafür mit klimatisierten Zimmern und bewachtem und abgeschlossenen Parkplatz) finden.
Am nächsten Morgen fahren wir dann weiter bis zur Grenze mit Honduras, müssen auf gewohnte Art die LKW-Schlange passieren und auch nochmals ein paar kleine Gebühren zahlen, bevor wir schliesslich das Land verlassen dürfen.

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