San Pedro de Atacama

Durch eine sehr schöne und karge Landschaft kommen wir des Abends und nach vielen Foto-Stopps nach San Pedro de Atacama. Da hier alles auf Tourismus ausgelegt ist, finden wir auch schnell ein Hotel mit Parkplatz und WiFi.
Da wir die letzten Tage so viel gefahren sind, verbringen wir den nächsten Tag mit gemütlichem Bummeln durch’s Dorf und wir datieren auch den Blog mal wieder auf.
Erst am darauffolgenden Morgen brechen wir auf, um die Umgebung zu erkunden. Zuerst geht’s ins Valle de la Luna. Bei unserer Durchfahrt halten wir immer wieder an und wandern durch Salz-Cañons und an Sanddünen vorbei durch eine völlig versalzene und vegetationslose Landschaft. Als nächstes fahren wir dann nach Toconao und von dort aus hinein in den Salar de Atacama und zur Laguna Chaxa, wo verschiedene Populationen von Flamingos leben. Darauf kehren wir wieder nach San Pedro zurück und treffen die letzten Vorbereitungen für unsere Fahrt durch Südwestbolivien. Nachdem wir aufgetankt haben (inkl. Reservekanister und vielen Pet-Flaschen), fahren wir Richtung Grenze. Jedoch stirbt kurz vor der chilenischen Grenzstation (und somit noch innerhalb der Ortschaft) der Motor ab und lässt sich nicht mehr richtig starten. Wir sind also gezwungen, den VW an den Strassenrand zu schieben und am Ort zu übernachten.
Am nächsten Morgen fragen wir zuerst nach einem Mechaniker und werden kreuz und quer durch den Ort geschickt, finden dabei aber nur zwei Garagisten, welche heute Samstag geschlossen haben. Als wir nach unserem langen Suchen zum Auto zurückkehren, hat sich der Wellblechverschlag auf der gegenüberliegenden Strassenseite geöffnet und siehe da, dahinter befindet sich eine Autoreparaturwerkstätte, welche offensichtlich keiner der Befragten (auch als wir davor standen!) zu kennen schien. Der Mechaniker schaut dann schnell das Auto an und meint nach kurzer Überprüfung, dass wir vermutlich einen neuen Motor benötigen würden. Wir können es kaum fassen und wollen das Auto nicht ohne eine Zweitmeinung einfach stehen lassen. Doch hierfür müssen wir uns bis am Montag gedulden.
Gleichzeitig sichern wir uns für den Fall ab, wenn unser Auto nicht mehr fahrbar wäre. Zum einen fragen beim Grenzposten nach, was wir für Möglichkeiten haben. Die Antwort ist frustrierend: entweder verlässt das Auto Chile in den vorgeschriebenen drei Monate (eine dreimonatige Verlängerung wäre möglich, jedoch nur wenn man es kurz vor Ablauf der Frist persönlich (oder durch eine autorisierte Person) verlängert), oder wir müssen das Auto an der Grenze abstellen, wo sich bereits ein kleiner Autofriedhof befindet. Diese Autos werden bei Gelegenheit versteigert, wobei der Erlös natürlich nicht an die Besitzer geht. Zum anderen erkundigen wir uns im Ort bei einem Reisebüro nach einer Weiterfahrtmöglichkeit nach Boliven. Dabei stossen wir auf einen sehr hilfsbereiten Reiseagenten, der sowohl anbietet das Auto bei sich unterzustellen, bis Ersatzteile gefunden werden (was wie gesagt nur gehen würde, wenn wir innerhalb der drei resp. sechs Monate trotzdem ausreisen würden) und das Auto zu seinem Mechaniker abzuschleppen, um eine Zweitmeinung einholen zu lassen.
Am Montag kann uns auch die besagte Zweitmeinung nicht weiterhelfen (da ihm der Motor auch völlig fremd war), weshalb wir zum ersten Mechaniker zurückkehren und ihn bitten, nochmals einen Blick auf das Auto zu werfen. In den nächsten Tagen widmet er sich erst dem Vergaser und den Zündkerzen, dem durch “Benzin” verdreckten Motoröl, später der Wasserpumpe und ortet schliesslich das Problem wiederum im Vergaser. Das Auto kann nach dem ersten Tag zwar wieder gestartet werden und ist nach unserem Mechaniker auch fahrbar, wir sehen das jedoch anders. Das Auto ist kaum start- bzw. fahrbar und ihm fehlt die Kraft für alles. Nur schon bis zur bolivianischen Grenze müssten wir an die 2300 Höhenmeter in ca. 40 Kilometern zurücklegen, was uns schlichtweg unmöglich erscheint.
Wiederum holen wir eine Zweitmeinung ein und kontaktieren einen Schweizer Mechaniker in La Paz, der sich mit alten VWs auskennt und sich mit unserem Mechaniker beraten soll. Auch hier erhalten wir wieder schlechte Nachrichten. Der Schweizer Mechaniker teilt uns mit, dass das Startproblem weder mit dem Vergaser noch mit der Wasserpumpe zusammenhängen können und sich unser Mechaniker schlicht zu wenig auskennt, um ihm das Problem akkurat zu beschreiben.
Wir versprechen dem Mechaniker bereits unsere Küche und das Autoradio zu verkaufen (damit die Dinge wenigstens noch einen Verwendungszweck haben und nicht einfach dem Grenzposten zufallen), bevor er sich ein letztes Mal dem Auto widmet. Und siehe da, er wird bei diesem letzten Anlauf auch wirklich fündig: Bei einem zufälligen Geruchstest wird er aufmerksam und bemerkt, dass wir Diesel anstelle des Benzins im Tank haben. Nach einem kurzen Test wird es offensichtlich. Mit Benzin läuft das Auto wieder. Froh darüber, trinken wir mit den Angestellten ein Bier und werden zu einem Mitarbeiter nach Hause eingeladen, wo wir weitertrinken und -diskutieren und in unserem Auto übernachten können. Mit den (sehr humanen) Rechnungen des Mechanikers und etwas Wut im Bauch, gehen wir am nächsten Morgen zu der verantwortlichen Tankstelle und verlangen eine Entschädigung. Schnell wird eingelenkt und versprochen sowohl die entstandenen Kosten beim Mechaniker als auch eine neue Tankfüllung (diesmal mit Benzin) zu übernehmen. Hierfür wird nur die Rechnung des Mechanikers und das mit Diesel verunreinigte Benzin benötigt. Wir kehren zum Mechaniker zurück und besprechen die Angelegenheit beiläufig mit dem Kioskbetreiber gegenüber des Mechanikers beim Kauf eines Colas. Zufälligerweise arbeitet auch er Teilzeit bei der Tankstelle und wurde vom Chef der Tankstelle auch bereits kontaktiert und gefragt, ob er am letzten Freitag gearbeitet habe. Wir erfahren, dass der verantwortliche Mitarbeiter sämtliche Kosten übernehmen muss und dieser fast einen Monat benötigt, um diese abzuarbeiten. Wir glaubten, dass die Copec-Tankstellen (Chiles grösster Tankstellbetrieber) die Kosten übernehmen werde und nicht ein einzelner Mitarbeiter bestraft wird und lenken ein, uns mit dem verantwortlichen Mitarbeiter zu treffen und bilateral eine Lösung zu finden. Er zahlt uns bereitwillig eine Tankfüllung und schenkt uns einen Ersatztank von 20l den er auch gleich betankt. Genau eine Woche später als geplant verlassen wir San Pedro de Atacama und übernachten einige Kilometer nach der chilenischen Grenze auf einem Parkplatz.

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Calama – Chuquicamata

Am Morgen folgt zuerst die kurze Etappe nach Calama, wo beim Einparken vor der Touristenauskunft leider wieder spontan grüne Flüssigkeit aus dem Blauen austritt. Nachdem wir unsere Fehlerbehebungsroutine mal wieder ausgeübt haben, fahren wir weiter ins “Innenstadtouristenbüro”, wo man Touren zur Chuquicamata, der grössten Tagebaumine der Welt, organisieren kann. Leider wird uns dort mitgeteilt, dass für heute und morgen alle Plätze schon besetzt seinen, wir sollen es jedoch direkt beim Tourbüro versuchen, vielleicht erscheine jemand ja nicht. Dort angekommen wird uns beschieden, kurz vor Abfahrt des Tourbusses nochmals zu erscheinen und so gönnen wir uns derweil ein Mittagessen. Als wir dann zurück sind bekommen wir prompt noch zwei Plätze und auf geht’s nach Chuquicamata.
Dort besichtigen wir zuerst den verlassenen Ort Chuquicamata. Die Siedlung musste aufgrund von Umweltschutzvorschriften geräumt werden, da keine Menschen so nahe an der giftigen Mine leben dürfen. Danach fahren wir zur grössten mehrerer beieinander liegender Tagebauminen, die allesamt v.a. der Kupferförderung dienen. Die Lastwagen unten in der 1km tiefen, 3km breiten und 5km langen offenen Mine sehen aus wie Spielzeuge, stellen sich jedoch als wahre Ungetüme heraus: sie sind 7m hoch, kosten 4 Mio. USD, brauche 2l Diesel in der Minute und ein Ersatzrad kostet USD 20’000. Dafür können sie pro Ladung 400t Kupfererz aus der Mine zu den Steinmühlen führen. Alles hier hat also gigantische Ausmasse. Nachdem wir uns lange umsehen konnten (allerdings nach strengen Sicherheitsvorschriften mit Helm und in Leuchtjacken gekleidet und nur innerhalb bestimmter Parameter) werden wir wieder nach Calama zurückgefahren. Die gesamte Tour ist eigentlich gratis, es wird nur um Spenden für ein Hilfswerk gebeten, dass den kranken Kindern der Minenarbeiter die Medikamente finanziert (da könnte man ja mal ein paar negative externe Effekte des Minenbetriebs internalisieren, aber dann wären ja die Rohstoffe wieder zu teuer und es gäbe so beispielsweise nicht mehr jedes Jahr ein neues Mobiltelefon).
Da alles so schön geklappt hat und es in Calama eigentlich nichts anzuschauen gibt, machen wir uns anschliessend auf die Weiterfahrt Richtung San Pedro de Atacama.

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Unterwegs auf der Panamericana (von Copiapó bis Salinas)

Nach einer Tankstellenübernachtung bei Copiapó fahren wir den ganzen Tag der Panamericana entlang Richtung Norden. Die Landschaft um uns herum wird immer trockener und schillert in den verschiedensten Farben. Wir machen heute die längste Tagesetappe unserer bisherigen Reise und legen über 800km zurück (wobei wir nie schneller als 90 km/h fahren). Wir übernachten dann wieder auf einem Tankstellenparkplatz bei Salinas, unmittelbar vor der Abzweigung von der Panamericana, die wir am nächsten Tag zu nehmen gedenken.

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Paso Agua Negra (oder: weiterer Versuch, nach Argentinien zu kommen)

Wir fahren also das Tal hinauf Richtung Paso Agua Negra, der sich auf über 4’500 m.ü.M. befindet, sehen uns jedoch weit vor dem Erreichen des Passes mit einer geschlossenen chilenischen Grenzstation konfrontiert. Auf unsere Nachfrage bei den Grenzbeamten wird uns beschieden, dass zu viel Schnee auf dem Pass läge und dieser somit höchstwahrscheinlich erst im Oktober wieder eröffnet werden dürfte. So machen wir halt kehrt und fahren das ganze Tal hinunter Richtung La Serena zurück, treffen unterwegs aber nochmal die zwei Steffisburger, die uns entgegenkommen und eigentlich ebenfalls über den Pass nach Argentinien wollen. Wir schwatzen also etwas am Strassenrand und nach einiger Zeit gesellt sich zuerst ein deutscher Motorradfahrer und dann noch ein deutsches Pärchen mit Unimog zu uns. Diese sind in der entgegengesetzten Richtung Unterwegs, haben also vor kurzem von Panama nach Kolumbien verschifft, und können uns Infos darüber und zur Sicherheitslage in Kolumbien und Mittelamerika geben. Als wir wieder aufbrechen ist es schon später Nachmittag. Wir essen dann noch etwas in Vicuña und fahren danach durch die Nacht weiter bis nach Copiapó.

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Pisco Elqui – Cochiguaz

Nach der späten Ankunft in Pisco Elqui und der erfolglosen nachmitternächtlichen Hotel-/Campingplatzsuche, durchfahren wir den Ort bei Tage noch ein zweites Mal, um noch irgendwo einen Pisco zu trinken (was sich ja in einem Ort dieses Namens auch gehört). Als wir das Auto auf einem Restaurantparkplatz abstellen, kommt ein Parkplatzwächter gelaufen und weist uns zurecht, dass dieser Parkplatz nur für Restaurantgäste sei. Auf unseren Einwand, dass wir ja das Restaurant besuchen wollen, entgegnet er, dass dieses heute geschlossen sei. Unser Gegeneinwand, dass wir ja somit trotzdem hier parken könnten, da ja in diesem Fall keine Gäste zu erwarten seinen, wird mit einem diskussionsbeendenden “Das geht einfach nicht” in den Wind geschlagen. Also fahren wir weiter durch den Ort und müssen feststellen, dass alles geschlossen hat. Es machen wohl alle die Brücke zum morgigen 1. Mai.
Wir fahren also weiter ins nächste Nebental: nach Cochiguaz, einem Zentrum von New-Age Jüngern, wo es eine Art UFO-Zentrum geben soll. Dort angekommen bemerken wir zwar viel New-Age Schnickschnack, wie z.B. ein Magnetismus-Center, mit hinduistischer Symbolik bemalte Hotels/Hostels und auch eine Sternwarte, jedoch ist wiederum alles geschlossen und so entschliessen wir uns zur Weiterfahrt über den Paso Agua Negra und nach Argentinien.

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Vicuña – Observatorio del Pangue

Abends kommen wir in Vicuña an und fragen nach freien Plätzen auf einer Tour zu einer der Sternwarten in der Umgebung. Wir haben Glück: eine englischsprachige Tour wird in einer halben Stunde zum Observatorio del Pangue starten. Wir haben gerade noch Zeit, etwas Brot, Käse und Schinken im Supermarkt einzukaufen und schon geht es los: ab in ein menschenleeres Seitental und die Berghänge hinauf. Dort schauen wir uns dann durch die Teleskope zuerst mal den Mond, dann verschiedene Sterne, Sternenhaufen, Galaxien (so etwa die “Sombrero”-Galaxie) und Nebel in denen Sterne geboren werden usw. an. Zum krönenden Abschluss wird noch Saturn ins Visier genommen und der Anblick ist völlig unwirklich; es sieht aus wie eine äusserst kitschige Zeichnung und nicht wie etwas, dass man am Himmel erwarten würde. Wir können durch das Teleskop sogar noch ein paar Fotos davon schiessen! Danach geht es zurück nach Vicuña, wo wir mitten in der Nacht ankommen.
Wir aber fahren noch weiter bis nach Pisco Elqui, wo wir auf einem Parkplatz übernachten, da es schon zu spät ist, noch eine Unterkunft zu finden.

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La Serena

La Serena wirkt um einiges sympathischer als das angrenzende Coquimbo. Wir stellen das Auto ab und machen uns auf die Erkundigung einiger weniger der vielen Kirchen des Ortes. Zuerst kommen wir an der Iglesia San Francisco vorbei, dann gehen wir weiter zur Iglesia Catedral und zum zentralen Plaza de Armas. Des Weiteren suchen wir dann noch die Iglesia Santo Domingo auf, bevor wir endlich genug haben und uns weltlicheren Dingen zuwenden indem wir essen gehen.

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